Glauben wie ein Kind (und prüfen wie ein Beröer) – Einleitung

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Mt 11,25-26 Danach sprach Jesus das folgende Gebet: »O Vater, Herr des Himmels und der Erde, ich danke dir, dass du die Wahrheit vor denen verbirgst, die sich selbst für so klug und weise halten. Ich danke dir, dass du sie stattdessen denen enthüllst, die ein kindliches Gemüt haben.
Ja, Vater, so wolltest du es! [NLB]

Wenn Bibel-Kenner, Belesene, Theologen und dergleichen die folgenden Auslegungen sehen würden, würde ihr Urteil sehr wahrscheinlich nicht allzu positiv ausfallen – was völlig nachvollziehbar wäre. Denn augenscheinlich wäre die Herangehensweise “wie ein Kind” geistlich nicht ausreichend reif genug für die Betrachtung biblischer Zusammenhänge; in einem Zeitalter des Wissens gilt eine solche Methode als “naiv”.

Wir wollen aber bewusst dieser weitverbreiteten Meinung entgegenwirken und eine mögliche, vielleicht für den einen oder anderen neue Herangehensweise im Bibel-Studium veranschaulichen. Denn momentan sind viele Gläubige durch die zahlreichen – sich meist gegenseitig widersprechenden Auslegungen – verwirrt.

Wird also ein Thema komplex und verwirrend, ist es von unschätzbarem Wert, Verse in der Bibel zu finden, die eine klare, leicht verständliche, ja eben kindhafte Sprache haben.

Keine missverständlichen, langen Paulus-Sätze, sondern kurze, klare Aussagen.

Nicht, um mit ihnen das Thema als beendet abzuhandeln (!), sondern um sie als ein Fundament für weitere Betrachtungen hinzuzuziehen – wohlwissend, dass sie sich z.B. mit den erwähnten langen Paulus-Sätzen nicht widersprechen können; diese klaren Verse sind nur leichter verständlich und bieten weniger Raum für Fehlinterpretation.

Ein Beispiel dazu: Welcher von beiden Versen ist bzgl. der Treue Gottes leichter verständlich?

Hebr 6,16-20 Denn Menschen schwören bei einem Größeren, und der Eid ist ihnen das Ende allen Widerspruchs zur Bestätigung; worin Gott, da er den Erben der Verheißung die Unwandelbarkeit seines Ratschlusses überreichlicher beweisen wollte, sich mit einem Eid verbürgt hat, damit wir durch zwei unwandelbare Dinge – wobei es unmöglich war, dass Gott lügen würde – einen starken Trost hätten, die wir Zuflucht genommen haben zum Ergreifen der vor uns liegenden Hoffnung, die wir als einen sicheren und festen Anker der Seele haben, der auch in das Innere des Vorhangs hineingeht, wohin Jesus als Vorläufer für uns hineingegangen ist, der Hoherpriester geworden ist in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks. [CSV]

Oder:

1Kor 1,9 Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn. [SLT]

Gott ist treu.“: Das ist eine einfache und unmissverständliche Aussage. Sollte also eine andere Stelle vermeintlich aussagen, dass er untreu sei und seine Meinung ändern könnte, wissen wir sofort, dass das nicht sein kann. Das, was er gesagt hat, wird eintreten:

Jes 40,8 Das Gras ist verdorrt, die Blume ist abgefallen; aber das Wort unseres Gottes besteht in Ewigkeit. [CSV]

Auf diese und ähnliche Art und Weise wollen wir die wichtigsten Themen der Bibel behandeln. Nicht, um diese so aufzulösen, sondern um

  • ganz einfache,
  • klare
  • und leicht verständliche

biblische Fakten wieder neu in den Fokus zu bringen.

Dies kann eine sehr nützliche Methode gegen die vorherrschende Verwirrung sein und uns klarer erkennen lassen, was Menschenlehren sind und was Gottes Lehren sind. Was man so hört und was wirklich geschrieben steht.

Unser Wunsch durch diese Serie ist es, dass sich der eine oder andere angesprochen und dazu ermuntert fühlt, sich diese Themen wieder neu vor Augen zu führen. Natürlich nicht nur anhand unserer kurzen Zusammenstellung, sondern nach der Prüfung im Zusammenhang der ganzen Bibel. Vielleicht scheut man sich dann anschließend nicht davor, diese leicht verständlichen Verse so zu glauben, “wie sie ein Kind glauben” würde.

Sollte man nach der (Neu)-Prüfung zu einem anderen Ergebnis kommen und diese leicht verständlichen Verse doch anders verstehen, hat dieser Prozess dennoch einen Vorteil:

Man kann anschließend vielleicht besser nachvollziehen, warum der eine oder andere es einfach so glaubt, wie es geschrieben steht.

Das Ergebnis daraus wäre statt Streit gegeneinander, ein besseres Verständnis füreinander.

1Kor 13,2 Und wenn ich Weissagung hätte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis, und wenn ich allen Glauben besäße, sodass ich Berge versetzte, aber keine Liebe hätte, so wäre ich nichts. [SLT]

Gottes Segen beim Prüfen der Texte.

Mt 18,3 [Jesus] sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel kommen! [SLT]

V2.5c

Hier geht’s zum ersten Artikel “Glauben und Werke geprüft?”…