Glauben wie ein Kind – Einfach so ewiges Leben?

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Mt 7,13-14 Geht ein durch die enge Pforte! Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der ins Verderben führt; und viele sind es, die da hineingehen. Denn die Pforte ist eng und der Weg ist schmal, der zum Leben führt; und wenige sind es, die ihn finden. [SLT]

Wieso sind es wenige, die das ewige Leben finden, wenn wiederum geschrieben steht:

Joh 3,16 Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat. [SLT]

Momentan glauben das ca. 2,5 Milliarden Menschen. Sind das die Wenigen, von denen unser Herr spricht? Vielleicht.

Aber zu Joh 3,16 gibt es ein weiteres “wiederum steht geschrieben“; auch hier wieder aus dem Munde unseres Herrn:

Mt 7,21 … Auch wenn sie “Herr” zu mir sagen, heißt das noch lange nicht, dass sie in Gottes neue Welt kommen. Entscheidend ist, ob sie meinem Vater im Himmel gehorchen. [NLB]

Oder noch härtere Worte von ihm:

Mt 10,37-38 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, der ist meiner nicht wert. [SLT]

Auch Jakobus spricht klare Worte an uns:

Jak 1,22 Allerdings genügt es nicht, seine Botschaft nur anzuhören; ihr müsst auch danach handeln. Alles andere ist Selbstbetrug! [HFA]

Jak 2,14 Liebe Brüder, was nützt es, wenn jemand von seinem Glauben spricht, aber nicht entsprechend handelt? Ein solcher Glaube kann niemanden retten. [NLB]

Diese Verse sind nur ein paar Beispiele dafür, dass uns das ewige Leben nicht “einfach so” gegeben wird, wenn wir sagen, dass wir glauben. Es steht zwar “einfach so” als Geschenk – welches unser Herr und Erlöser  Jesus Christus für uns erwirkt hat – für uns bereit, aber es wirklich zu erlangen, scheint anhand dieser Verse nicht “einfach so” zu gehen.

Auch Paulus wusste um die Bedingungen des ewigen Lebens und schrieb dazu folgende Klarstellung:

Röm 2,6-7 Er wird einem jeden vergelten nach seinen Taten: ewiges Leben geben denen, die im geduldigen Tun guter Werke Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit suchen. [ZB]

Auch wenn es dem breiten Verständnis widersprechen mag, sagt dieser Vers, dass Gott einem jeden nach seinen Taten vergelten wird. Und: wenn man geduldig gute Werke tut, dann gibt er denjenigen ewiges Leben.

Es scheint anhand dieser Verse so zu sein, dass das ewige Leben an Bedingungen geknüpft ist. Kann das sein?

Bitte prüfe dazu auch folgende Verse:

  • Lk 14,27 Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, der kann nicht mein Jünger sein. [SLT]
    Hier spricht der Herr zwei weitere Bedingungen aus – nicht nur glauben, sondern auch: Kreuz tragen und nachkommen, denn ansonsten kann man nicht sein Jünger sein.
    Der nächste Vers geht noch näher auf den Punkt der Nachfolge ein:
  • Lk 9,23 Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. [SLT]
    Diese Aussage unseres Herrn zeigt, dass unsere Nachfolge keine Momentaufnahme (wie z.B. ein Glaubensbekenntnis) für die Ewigkeit zu sein scheint, sondern wird als ein täglicher Prozess der Selbstverleugnung im Glaubensleben beschrieben.
    Der Herr fügt eine weitere Bedingung hinzu:
  • Mt 10,22 Und ihr werdet von jedermann gehasst sein um meines Namens willen. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden. [SLT]
    Mit diesem zuvor genannten “täglichen Prozess der Selbstverleugnung” soll man bis zum Ende/Tod ausharren – dann wird man gerettet werden. So unser Herr.
    Sein Apostel Paulus wusste das und schrieb kurz vor seinem Tod folgendes als Bestätigung:
  • 2Tim 4,7 Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. [SLT]
    Bewahrt man den Glauben nicht bis zum Ende und erfüllt nicht die Bedingungen der Nachfolge, könnte es sein, dass der Herr folgendes zu uns spricht:
  • Mt 7,21 Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. [SLT]
    Nicht was wir sagen (also z.B. “Herr, Herr!”), scheint unserem Herrn wichtig zu sein, sondern unsere Taten nach dem Willen seines Vaters; eine andere Übersetzung dieses Verses hebt das noch deutlicher hervor:
    Mt 7,21 … Auch wenn sie “Herr” zu mir sagen, heißt das noch lange nicht, dass sie in Gottes neue Welt kommen. Entscheidend ist, ob sie meinem Vater im Himmel gehorchen. [NLB]

Andere Verse, die die gleiche Dringlichkeit aufzeigen:

  • Glaube und Werke, Liebe und Werke und nicht die Liebe oder der Glaube allein:
    Jak 2,14 Liebe Brüder, was nützt es, wenn jemand von seinem Glauben spricht, aber nicht entsprechend handelt? Ein solcher Glaube kann niemanden retten … 17 Es reicht nicht, nur Glauben zu haben. Ein Glaube, der nicht zu Taten führt, ist kein Glaube – er ist tot und wertlos. … 24 Ihr seht also, dass ein Mensch nur dann, wenn er auch handelt, vor Gott gerecht gesprochen wird und nicht allein aufgrund seines Glaubens. [NLB]
    Apg 26,20b sie sollten Buße tun und sich zu Gott bekehren, indem sie Werke tun, die der Buße würdig sind. [SLT]
    1Joh 3,18 Meine Kinder, lasst uns nicht mit Worten lieben noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit! [SLT]
    nur echt, wenn wir nach seinen Geboten leben. Und seine Gebote sind nicht schwer zu befolgen. [GNB]
  • In diesem Fundament aus “Glauben, Liebe und Werken” sollen wir standhaft bis zum Ende ausharren – wie wir es bereits in Mt 10,22 gelesen hatten:
    Offb 14,12 Hier müssen alle, die zu Gott gehören, ihre Standhaftigkeit beweisen; denn nur die können bestehen, die dem Glauben an Jesus treu bleiben und nach Gottes Geboten leben. [HFA]
    Mt 24,13  [Jesus spricht:] Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden. [SLT]

Wichtige Anmerkung: Bei diesem Artikel geht es keinesfalls (!) darum, auf irgendeine Art und Weise das vollkommene Werk unseres Herrn zu schmälern, indem wir auf die Wichtigkeit unserer eigenen Werke hinweisen, sondern schlichtweg darum, diese geschriebenen Wahrheiten auf unser Glaubensleben anzuwenden. Wir wissen: Ohne seine vollkommene Tat spielen alle unsere Taten keine Rolle!

Dennoch kann sich jeder von uns selbst fragen, ob das Privileg Jesus zu kennen und mit den Lippen zu bekennen allein das ist, wofür unser Herr gestorben und auferstanden ist:

2Kor 5,15 und er ist deshalb für alle gestorben, damit die, welche leben, nicht mehr für sich selbst leben, sondern für den, der für sie gestorben und auferstanden ist. [SLT]

Klingt nach wesentlich, wesentlich mehr als “nur zu glauben”. Klingt vielmehr nach Selbstaufgabe für ihn durch:

  • Taten aus Liebe zu Gott und unseren Nächsten (1Joh 5,2-3).
  • Das geduldige Tun von guten Werken (Röm 2,6-7).
  • Unsere tägliche Selbstverleugnung (Lk 9,23) …
  • … weil nur so unser Glaube – nach Gottes Definition – echt ist (Jak 2,17, Jak 2,24) und erretten kann; andernfalls gilt: Jak 2,14.
  • Bewahren wir diesen göttlichen Glauben (2Tim 4,7) aber nicht und harren nicht bis zum Tod aus (Mt 24,13),
  • dann könnte es sein, dass wir verführt werden und die Liebe in uns erkaltet (Mt 24,11-12).
  • Jedoch sollen wir Standhaftigkeit beweisen und durch alles hindurch bestehen, indem wir Jesus treu bleiben und nach Gottes Geboten leben (Offb 14,12).

Wir alle sollten diese und andere wichtige Verse für uns selbst und an uns selbst prüfen, denn die Anforderungen an unser Glaubensleben sind sehr hoch:

Lk 14,27 Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, der kann nicht mein Jünger sein. [SLT]

Zusammenfassung:

Jeder von uns soll Buße (Mk 1,15) und der Buße würdige Taten tun (Apg 26,20b), indem wir einen wahren, lebendigen Glauben (Jak 2,17) und Werke haben (Röm 2,6-7), denn ein anderer Glaube kann uns nicht erretten (Jak 2,14). Wir sollen uns täglich selbst verleugnen (Lk 9,23) und standhaft bis zum Ende ausharren (Mt 10,22) – und sollten wir das alles nicht tun, sollten wir uns auch nicht einbilden, dass wir das Ziel schon erreicht hätten:

Phil 3,10-13 Ich möchte nichts anderes mehr kennen als Christus: Ich möchte die Kraft seiner Auferstehung erfahren, ich möchte sein Leiden mit ihm teilen. Mit ihm gleich geworden in seinem Tod, hoffe ich auch, zur Auferstehung der Toten zu gelangen. Wir sind noch nicht am Ziel! Ich meine nicht, dass ich schon vollkommen bin und das Ziel erreicht habe. Ich laufe aber auf das Ziel zu, um es zu ergreifen, nachdem Jesus Christus von mir Besitz ergriffen hat. Ich bilde mir nicht ein, Brüder und Schwestern, dass ich es schon geschafft habe. Aber die Entscheidung ist gefallen! Ich lasse alles hinter mir und sehe nur noch, was vor mir liegt. [GNB]

Auch wenn das mit dem “nicht einbilden” hart klingen mag, aber biblisch zu glauben und im Glauben zu bleiben, ist nicht einfach, denn:

2Tim 3,12 Und alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden Verfolgung erleiden. [SLT]

Solche Aussagen mögen schon fast fremd für unsere westliche Wattebäuschen-Welt klingen, aber selbst in einem der berühmtesten und meist gepredigten Kapiteln der Bibel (Römer 8: Die Sohnschaft und das Erbe in Christus) wird dieses Verständnis klar und deutlich formuliert:

Röm 8,17 Wenn wir aber Kinder sind, so sind wir auch Erben, nämlich Erben Gottes und Miterben des Christus; … [SLT]

Bis hierhin kennt man den Vers vielleicht, aber der Vers geht weiter und stellt eine Bedingung für dieses Erbe auf:

Röm 8,17 … wenn wir wirklich mit ihm leiden, damit wir auch mit ihm verherrlicht werden. [SLT]

Wenn wir also wissen, dass wir für unseren Glauben Leid, Verfolgungen, Prüfungen und dergleichen ertragen müssen, dann sollte es für uns auch nichts Ungewöhnliches sein, wenn wir in der Heiligen Schrift lesen:

1Petr 4,12 Meine lieben Freunde, erschreckt nicht über die schmerzhaften Prüfungen, die ihr jetzt durchmacht, als wären sie etwas Ungewöhnliches. [NLB]

Es sollte vielmehr ungewöhnlich für uns sein, wenn wir keine schmerzhaften Prüfungen durchmachen müssen. Denn laut Bibel müssen wir im Glauben Leid ertragen, standhaft sein, ausharren und diesen einen wahren Glauben durch alles hindurch treu bleiben:

Apg 14,22 Sie stärkten die Jünger und ermutigten sie, dem Glauben treu zu bleiben, mit den Worten: Nur durch viel Bedrängnis können wir in das Reich Gottes eingehen. [ZB]

Abschluss:

Diese Ansammlung von Versen mag vielleicht für den einen oder anderen “unglaubwürdig” klingen, daher prüfe dieses Verständnis – und prüfe es bitte intensiv für dich selbst, ob die Heilige Schrift wirklich eine “einfache Errettung” lehrt.

Bedenke bitte dabei, dass es Verse gibt, die eine “einfache Errettung” aufzeigen mögen, es zu diesen Versen aber auch ein “wiederum steht geschrieben” gibt, das wesentlich mehr von uns abverlangt. Wir wissen aber, dass sie sich gegenseitig nicht widersprechen können. Wie diese Wahrheiten nun in Einklang gebracht werden können, hängt meist von uns selbst und unseren Herzen ab.

Gnade mit dir.

Joh 12,24-25 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, so bringt es viel Frucht. Wer sein Leben liebt, der wird es verlieren; wer aber sein Leben in dieser Welt hasst, wird es zum ewigen Leben bewahren. [SLT]

V1.3

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