Glauben wie ein Kind – Furcht Gottes

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Ps 111,10 Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang; gute Einsicht haben alle, die sie ausüben. Sein Lob besteht ewig. [CSV]

Oder:

Ps 111,10 Den HERRN stets ernst zu nehmen, damit fängt alle Weisheit an. Wer es tut, beweist Verstand. Der Ruhm des HERRN hört niemals auf! [GNB]

Eine andere Stelle im Direktvergleich:

Lk 1,50 und von Generation zu Generation gilt sein Erbarmen denen, die sich ihm unterstellen. [NGÜ]

Oder:

Lk 1,50 und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht über die, welche ihn fürchten. [SLT]

– “Ernst nehmen“, nach der Guten Nachricht Bibel oder
– den Allmächtigen “fürchten“, wie es der hebräische Grundtext sagt?
– “Sich ihm unterstellen“, nach der Neuen Genfer “Übersetzung” oder
– “ihn fürchten“, wie es der alt-griechische Text sagt?

Wir leben in einer Zeit des Glaubens, in der die Gottesfurcht so “unpopulär” geworden ist, dass sie (mit einigen anderen Wahrheiten) nach und nach aus unseren Bibeln gelöscht wird bzw. schon gelöscht wurde. Dies hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte so stark zugespitzt, dass der aus Lk 1,50 zu fürchtende Gott durch eine Art “Kuschelgott” ersetzt worden ist.

Damit einhergehend wurden Gott wohlgefällige Eigenschaften durch Dinge ausgetauscht, die Menschen wohlgefällig sind – und das nicht nur in unseren Bibeln, sondern auch in Predigten, denn auch dort hört man immer weniger und weniger über die “Furcht Gottes”. Anstatt den Allmächtigen zu fürchten, “fürchtet” man eher, die Zuhörer zu verlieren, sollte man über diese gottgewollte Furcht vor IHM sprechen. Dadurch geraten viele in eine tückische Falle und somit in eine falsche Abhängigkeit:

Spr 29,25 Wer das Urteil der Menschen fürchtet, gerät in ihre Abhängigkeit; wer dem HERRN vertraut, ist gelassen und sicher. [HFA]

Die Apostel kannten die Gefahren der Menschenfurcht und sprachen daher:

Apg 5,29 Aber Petrus und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen! [SLT]

Für uns sollte also gelten:

5Mo 31,6 Seid stark und mutig, fürchtet euch nicht und erschreckt nicht vor ihnen! Denn der HERR, dein Gott, er ist es, der mit dir geht; er wird dich nicht versäumen und dich nicht verlassen. [CSV]

Wenn jedoch die gottgewollte Furcht vor IHM kaum bis gar nicht mehr gepredigt wird, was sagt uns das über den Zustand der Gemeinde Gottes aus? Vielen von uns Schafen ist die Tragweite – wie elementar wichtig die Gottesfurcht wirklich ist – nicht einmal ansatzweise klar.

Und je mehr wir uns der “Zeit des Endes” nähern, desto wichtiger wird sie für uns – v.a. für die Generation, die jetzt heranwächst. Sollte sie keinen Funken Gottesfurcht mehr auf ihren Glaubensweg mitbekommen, was wird dann erst mit der Generation darauf passieren? Die Vorstellung allein ist erschreckend! Wir müssen solchen Dingen fliehen und anderen Gott wohlgefälligen hinterherjagen:

1Tim 6,11 Du aber, o Mensch Gottes, fliehe diese Dinge, jage aber nach Gerechtigkeit, Gottesfurcht, Glauben, Liebe, Geduld, Sanftmut! [SLT]


Parallele zur Gottesfurcht: Eltern-Kind-Beziehung

Es ist wie mit einem Kind und seinen Eltern: Ehe es versteht, was Liebe wirklich bedeutet, hat das Kind eine gesunde Furcht vor den Eltern. Ist diese nicht vorhanden, gibt es Rebellion und Chaos. Ist sie aber vorhanden, lernt das Kind von den Eltern und macht immer weniger Dinge “falsch”.

Genauso ist es mit uns und unserem himmlischen Vater, nur dass wir keine Furcht vor ungerechter Strafe haben brauchen, sondern vor seiner Allmacht und Herrlichkeit. Ist diese Furcht aber nicht vorhanden, gibt es auch hier Rebellion und Chaos.

Wir werden sicherlich, auch wenn wir Gottesfurcht haben, weiterhin Fehler machen, aber dann blicken wir im Glauben auf seine Gnade und Liebe. Haben wir aber keine gesunde Furcht vor ihm, gerät alles ins Ungleichgewicht.

Fürchten wir aber den Schöpfer von Himmel und Erde, werden wir ihn, sein Wesen und seine Weisungen verstehen und von ihm lernen; d.h. unsere Einsicht und Weisheit, die wir von ihm erhalten, wird zunehmen. Daher auch der einleitende Vers:

Ps 111,10 Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang; gute Einsicht haben alle, die sie ausüben. Sein Lob besteht ewig. [CSV]


Der Sohn und die Furcht Gottes

Für viele ist die Furcht Gottes, wie man zu sagen pflegt: “nicht auf dem Schirm”. Schon gar nicht ist sie der Anfang von irgendetwas Göttlichem. Wie wichtig die Furcht Gottes aber ist, wird uns, wie so vieles andere auch, durch den Sohn Gottes aufgezeigt. Hier eine Prophezeiung über unseren Herrn aus Jesaja:

Jes 11,1-2 Und ein Reis wird hervorgehen aus dem Stumpf Isais, und ein Schössling aus seinen Wurzeln wird Frucht bringen. Und auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN; [CSV]

… “und der Furcht des HERRN” sagt der Text, d.h.: Der Sohn selbst hatte Furcht vor dem Allmächtigen.

Nebst dieser vielleicht überraschenden Tatsache, klärt der nächste Vers noch einiges mehr auf; denn dort lesen wir, was von all diesen Eigenschaften, die auf seinem Sohn ruhen, die dem Allmächtigen wohlgefälligste ist:

Jes 11,3 und sein Wohlgefallen wird sein an der Furcht des HERRN... [CSV]

Warum gerade daran? Weil diese Furcht vor dem Schöpfer des Universums unsere Anerkennung seiner Allmacht widerspiegelt.
Wir sollten uns alle bewusst werden, von wem wir reden:

Wir reden vom Allmächtigen, vor dessen bloßer Erscheinung Männer der Bibel wie tot zu Boden fielen – und wir reden hier nicht davon, dass sie ihn real gesehen hätten, sondern nur in Träumen und Visionen.
Wir reden von einem Gott, der alles um uns herum erschaffen hat – von dem kleinsten Baustein der Materie bis hin zu den unzähligen Sternen, die in einer Millisekunde mehr Energie produzieren als alle unsere lächerlichen Kernkraftwerke zusammen. Und das alles geschah nur, weil er sprach und es wurde!

Wie kann man diesen Gott nicht fürchten?

Pred 3,14 Ich habe erkannt, dass alles, was Gott tut, für ewig sein wird: Es ist ihm nichts hinzuzufügen und nichts davon wegzunehmen; und Gott hat es so gemacht, damit man sich vor ihm fürchte. [CSV]


Ewiges Evangelium

Die Gottesfurcht ist eine fundamentale Botschaft der Heiligen Schrift. Also nicht wir persönlich legen Wert darauf, sondern der Allmächtige selbst tut es immer und immer wieder. Hier eine der anschaulichsten Stellen, die sehr deutlich aufzeigt, wie grundlegend wichtig die Furcht vor ihm ist:

Offb 14,6-7 Und ich sah einen anderen Engel inmitten des Himmels fliegen, der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen denen, die auf der Erde wohnen, und zwar jeder Nation und jedem Volksstamm und jeder Sprache und jedem Volk. Der sprach mit lauter Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen; und betet den an, der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat! [SLT]

Der Bote wird das ewige Evangelium nicht überbringen, indem er sagt: “Geht in die Kirche!”, “Gott liebt euch wie ihr seid!” oder dergleichen, sondern dadurch, dass er sprechen wird:

Fürchtet Gott und betet euren Schöpfer an!

Noch einmal in anderen Worten: Es wird eine letzte entscheidende Botschaft (“das ewige Evangelium“) von Gott für die gesamte Menschheit übermittelt und diese entscheidende Botschaft beginnt mit: Fürchtet Gott…

Das sollte einem jeden von uns, zu denken geben.


Die Furcht und die Liebe Gottes

Widersprüchlich oder miteinander verbunden?

Bei all der “Furcht”, die ja das Thema dieses Artikels ist, gibt es natürlich die andere, ebenfalls alles entscheidende Eigenschaft, die in unserem Glaubensleben nicht fehlen sollte: Die Liebe Gottes.

Dazu in aller Kürze ein Vers, der aufzeigt, dass die Liebe Gottes und die Furcht Gottes keine Gegensätze sind:

5Mo 10,12 Und nun, Israel, was fordert der HERR, dein Gott, von dir, als nur, den HERRN, deinen Gott, zu fürchten, auf allen seinen Wegen zu wandeln und ihn zu lieben und dem HERRN, deinem Gott, zu dienen mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele. [CSV]

Was fordert unser Gott also von uns, als nur,

  • ihn zu fürchten,
  • auf allen seinen Wegen zu wandeln,
  • ihn zu lieben und
  • ihm zu dienen mit allem, was uns ausmacht.

Allein dieser Vers unterstreicht (und die ganze Bibel ist voll davon), dass die Liebe und die Furcht Gottes keine Gegensätze sind, sondern im Gegenteil:

Sie sind miteinander verbunden und ergänzen sich.

So wie in dem Beispiel, das wir vorhin mit dem Kind hatten: Selbstverständlich soll es die Eltern auch lieben. Fürchtet es die Eltern, ist es gehorsam. Liebt es die Eltern, ist es gehorsam. Diese drei Dinge “Furcht, Liebe und Gehorsam” sind – so wie es geschrieben steht – unmittelbar miteinander verbunden.

Für all diejenigen, die jetzt vielleicht sagen mögen: “Ja, aber das ist ja ein Vers aus dem Alten Testament”, folgen nun zwei Verse aus dem NT, die ebenfalls diese aufgezählte Verbindung aufzeigen:

  • Die Liebe Gottes und der Gehorsam:
    1Joh 5,3 Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer. [SLT]
  • Die Liebe und die Gottesfurcht:
    2Petr 1,5-7 so setzt eben deshalb allen Eifer daran und reicht in eurem Glauben die Tugend dar, in der Tugend aber die Erkenntnis, in der Erkenntnis aber die Selbstbeherrschung, in der Selbstbeherrschung aber das standhafte Ausharren, im standhaften Ausharren aber die Gottesfurcht, in der Gottesfurcht aber die Bruderliebe, in der Bruderliebe aber die Liebe. [SLT]

Wenn es eine Verbindung zwischen “Liebe & Gehorsam” und eine zwischen “Liebe & Gottesfurcht” gibt, gibt es dann auch eine zwischen “Gehorsam & Gottesfurcht“?
Pred 12,13 Das Endergebnis des Ganzen lasst uns hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das ist der ganze Mensch. [CSV]

Obwohl wir hier – laut der Heiligen Schrift – ein “Endergebnis des Ganzen” lesen, möchten wir zum Abschluss einen Vers zeigen, der einen weiteren wichtigen Aspekt unseres Glaubens mit dem Gehorsam und der Gottesfurcht verbindet – nämlich unsere Errettung.
Anders ausgedrückt: Gehorsam, Gottesfurcht und Errettung hängen zusammen. Sofern man das akzeptieren möchte, was geschrieben steht:

Phil 2,12 Darum, meine Geliebten, wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit, verwirklicht eure Rettung mit Furcht und Zittern. [SLT]

V1.4

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