Glauben wie ein Kind – Ist Jesus Gott?

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Joh 1,1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. [SLT]

Dieser Vers macht eindeutig klar, dass das hier in Vers 1 erwähnte “Wort“, das später in Vers 14 “Fleisch wurde” (Joh 1,14), unser Herr und Erlöser Jesus ist. Dieses “Wort” wird als “Gott” bezeichnet.

Somit kann man die Frage dieses Artikels klar und direkt mit einem “Ja” beantworten.

Aber, es gibt noch andere Stellen, bei denen die Bibel das Wort “Gott” verwendet, wie z.B. hier:

Ps 82,1.6 Ein Psalm von Asaph. Gott steht in der Gemeinde Gottes, inmitten der Götter richtet er. … 6 Ich habe gesagt: Ihr seid Götter, und Söhne des Höchsten ihr alle! [CSV]

Man kann anhand dieser Verse erkennen, dass es einen, sagen wir mal, “besonderen” Gott gibt und dass bei ihm andere Götter sind. Genauso wie es bei Joh 1,1 auch der Fall ist, wo das Wort bei Gott war; Vers 2 in Johannes 1 macht diese Tatsache noch deutlicher:

Joh 1,2 Dieses war im Anfang bei Gott. [SLT]

Kurze Bemerkung: Auch wenn hier eine Parallele zwischen diesen Stellen aus den Psalmen und Johannes aufgezeigt wurde, wird damit keineswegs angedeutet, dass die himmlischen Wesen in Psalm 82 in irgendeiner Weise dem Wort (also dem Sohn Gottes Jesus) aus Johannes 1 in Besonderheit, Macht, Stellung und dergleichen auch nur ansatzweise nahe kommen. Der Sohn Gottes steht über all diesen erwähnten “Göttern”:

1Petr 3,22 Dieser [Anm. Christus] ist seit seiner Himmelfahrt zur Rechten Gottes; und Engel und Gewalten und Mächte sind ihm unterworfen. [SLT]

Zurück zu dem Punkt, wie die Bibel selbst (und nicht wir) das Wort “Gott” verwendet:
Anhand von nur einer Stelle (es gibt zahlreiche andere, die wir in unseren anderen Artikeln zu diesem Thema behandeln) wird uns eines völlig frei von Interpretation klar und deutlich aufgezeigt, nämlich dass sich unser gängiges Verständnis von dem Wort “Gott” von dem der Bibel unterscheidet.
Wir würden z.B. nicht auf die Idee kommen himmlische Wesen, wie z.B. Engel, als “Gott” zu bezeichnen. Aber was wir unter dem Wort “Gott” verstehen, ist nicht entscheidend, sondern (wie wir alle wissen) ist das, was die Heilige Schrift darunter versteht und wie sie “Gott” definiert entscheidend.
Denn biblisch gesehen lässt sich das Wort “Gott” nicht so klar differenzieren, wie wir es in unserem Alltag gebrauchen. Wir verbinden mit Gott eher nur “einen”, die Heilige Schrift spricht aber wiederholte Male von “mehreren”.
Diese Tatsache bestätigt unser Herr, indem er die Aussage aus Ps 82,6 aufgreift und folgendes dazu sagt:

Joh 10,35-36 Wenn es diejenigen Götter nennt, an die das Wort Gottes erging — und die Schrift kann doch nicht außer Kraft gesetzt werden —, wieso sagt ihr dann zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst!, weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn? [SLT]

Unser Meister unterstreicht durch seine Worte, dass diese in Vers 35 erwähnten Personen “Gott” genannt werden. Daher noch einmal die Wiederholung: Was wir mit dem Wort “Gott” verbinden, ist nicht entscheidend, denn dass es mehrere Götter gibt, ist – wie unser Herr es deutlich macht – eine Tatsache, die nicht außer Kraft gesetzt werden kann.

Ohne in das Alt-griechische oder Hebräische einzutauchen (denn wir wollen dem Motto unserer Rubrik “Glauben wie ein Kind” treu bleiben) lässt sich also eines ohne Interpretation festhalten:
Die Bibel spricht nicht nur von einem Gott. Da wir aber alle wissen, dass es eigentlich nur einen Gott geben kann, drängt sich – ganz kindhaft und naiv – die Frage auf:
Wenn die Heilige Schrift klar und deutlich mehrere als “Gott” bezeichnet – und die Schrift kann doch nicht außer Kraft gesetzt werden – wer ist dann unter diesen Götter der einzige und allein wahre Gott? Gibt uns die Bibel auch darüber eine klare Antwort, die nicht außer Kraft gesetzt werden kann?

Ja, das tut sie. Unser Herr selbst beantwortet diese Frage für uns als er zu seinem Vater betet:

Joh 17,3 Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. [SLT]

Auch Paulus beantwortet diese Frage für uns – ebenfalls sehr klar und ohne Spielraum für Fehlinterpretation unsererseits:

1Kor 8,5-6 Denn wenn es auch solche gibt, die Götter genannt werden, sei es im Himmel oder auf Erden — wie es ja wirklich viele »Götter« und viele »Herren« gibt —, so gibt es für uns doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir für ihn; und einen Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind, und wir durch ihn. [SLT]

Beide Aussagen verdeutlichen eine Wahrheit:

Egal wie viele Götter es auch geben mag,
so gibt es für uns doch nur einen
allein wahren Gott, den Vater.

Gibt es vielleicht, nebst diesen einfach zu verstehenden Aussagen, auch eine anschauliche Stelle, die uns einen Einblick ins Himmlische gewährt, sodass wir (ähnlich wie in Ps 82) verstehen dürfen, wie es “dort oben” ungefähr aussieht?

Ja, Stephanus z.B. durfte vor seinem Tod kurz ins Himmlische blicken und er sah folgendes:

Apg 7,55 Er aber, voll Heiligen Geistes, blickte zum Himmel empor und sah die Herrlichkeit Gottes, und Jesus zur Rechten Gottes stehen; [SLT]

Was bedeutet das, dass “Jesus zur Rechten Gottes steht“?
Es bedeutet (in unserer heutigen Umgangssprache formuliert), dass Jesus die absolute Nummer 1 unter Gott ist.
Paulus formuliert diese Tatsache wie folgt und fordert uns auf, dass wir diese Wahrheit verinnerlichen:

1Kor 11,3 Ich will aber, dass ihr wisst, dass Christus das Haupt jedes Mannes ist, der Mann aber das Haupt der Frau, Gott aber das Haupt des Christus. [SLT]

Diesem Haupt untersteht alles – auch Christus. Aber es war ihm, Gott, eine Freude dies alles, was ihm untersteht, seinem Sohn zu geben. Und diesem Sohn Gottes ist es wiederum eine Freude, seinen Dienst für seinen Vater zu tun, um ihm am Ende wieder alles zurückzugeben, denn…

1Kor 15,24-28 Danach wird das Ende kommen, wenn er Gott, seinem Vater, das Reich übergeben wird, nachdem er alle seine Feinde vernichtet hat. Denn Christus muss herrschen, bis er alle seine Feinde unter seine Füße erniedrigt hat. Als letzter Feind wird der Tod vernichtet werden. Denn in der Schrift heißt es: »Gott hat ihm Vollmacht über alles gegeben.« Wenn es heißt: »Christus hat Vollmacht über alles«, so ist Gott natürlich davon ausgenommen, der ihm diese Vollmacht gab. Und wenn er Herr über alles ist, wird der Sohn sich selbst Gott unterstellen.
Und Gott, der seinem Sohn alles unterworfen hat, wird über alles und in allem der Höchste sein. [NLB]

Diese und unzählige andere Verse machen klar, dass sowohl unser Herr als auch die Schreiber des sog. “Neuen Testaments” eine Tatsache unmissverständlich klar machen wollen; daher wiederholen sie diesen Punkt immer und immer wieder:

  • Selbst der Herr Jesus hat einen Gott (Offb 3,12, 1Kor 11,3, Joh 20,17).
  • Es gibt zwar viele Götter, aber für uns doch nur einen Gott, den Vater (1Kor 8,5-6).
  • Es gibt, laut den Worten unseres Erlösers, nur einen allein wahren Gott: unseren himmlischen Vater (Joh 17,3).

Diesem von unserem Herrn als allein wahren Gott bezeichneten himmlischen Vater gebührt alle Ehre. Und eines Tages wird das jede Zunge bekennen:

Phil 2,11 und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters. [ZB]

Amen.

V2.5

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