Glauben wie ein Kind – Lieben wie ein Kind

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1Kor 13,2 Und wenn ich Weissagung hätte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis, und wenn ich allen Glauben besäße, sodass ich Berge versetzte, aber keine Liebe hätte, so wäre ich nichts. [SLT]

Was ist Liebe? Was versteht “die Welt” unter Liebe? Wie erklärt Gott seinen Kindern Liebe?

Für viele ist Liebe ein Gefühl, das Gegenteil von Hass, die stärkste Form der Anziehung oder ähnliches. Jeder hat seine eigene Definition von “Liebe”.

Wenn man z.B. “Google” dazu fragt, kommen folgende Möglichkeiten als Antwort: starkes Gefühl der Zuneigung, sexuelle Anziehung, Nähe empfinden, starkes Interesse für etwas, das man sehr mag und dergleichen.

Man erkennt schnell: Die Beschreibungen haben etwas mit Gefühlen und Empfindungen zu tun. Sicherlich gibt es noch weitere individuelle menschliche Definitionen, aber für uns als Gläubige sollten diese menschlichen Erklärungen von biblischen Begriffen keine Rolle spielen. Nie.

Leider ist es aber so, dass das Verständnis von einzelnen Wörtern sich bereits ein leben lang in uns festgesetzt hat – so natürlich auch bei der “Liebe”. Wir verbinden also ganz automatisch die oben genannten menschlichen Definitionen mit der göttlichen Liebe. Diesen Sauerteig (Gal 5,9) loszuwerden, ist schwer und eigentlich nur dann möglich, wenn wir uns dafür öffnen, dass dieses jahrzehntelang eingeprägte Verständnis falsch sein könnte.

Was ist also laut der Heiligen Schrift “Liebe”?

Wir wissen, dass unser Gott ein Gott der Liebe ist (1Joh 4,8) und somit – wenn man es so sagen will – die Liebe erfunden hat. Daher definiert auch er selbst, was Liebe ist. Er und nur er.

Bevor wir zu einer konkreten und leicht verständlichen Definition kommen, kurz ein Blick in den mit schönsten Abschnitt aus der Bibel: Das 13. Kapitel aus dem 1. Brief an die Korinther. Dort finden wir einige Eigenschaften der wahren Liebe:

1Kor 13,4-7 Die Liebe ist langmütig und gütig, die Liebe beneidet nicht, die Liebe prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf; sie ist nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu; sie freut sich nicht an der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. [SLT]

Es gibt noch weitere Merkmale, die wir an unzähligen Stellen der Bibel finden (s. bei Interesse den Artikel unter “Glossar – Liebe“; dort findest du weitere Merkmale wie Treue, Vergebung, Leid, Langmut, Gericht, Einheit, Demut, Frieden usw. usf.). Da dieser Text aber eher beschreibt “wie ein Kind liebt“, findet man all diese und andere Ausprägungen der göttlichen Liebe nicht in diesem Artikel; so auch nicht die wohl wichtigste Ausprägung: die Selbstaufgabe aus Liebe für Gott und unseren Nächsten. Diese ist – wenn man es so nennen will – die höchste Form der Liebe und wurde für Gott und für uns von unserem Herrn Jesus in Vollkommenheit vorgelebt. Nun sind auch wir ihm schuldig, es ebenso zu tun (2Kor 5,15).

Für ein Kind ist diese Selbstaufgabe aber eine viel zu reife und erwachsene Form der Liebe und wird daher hier nicht behandelt. Ein Kind ist kaum bis gar nicht zur Selbstaufgabe fähig, da es diese Form der Liebe (noch) nicht kennt. Was ein Kind aber durchaus im Laufe der Zeit mehr und mehr versteht, ist die Zuneigung und die Liebe von Papa und Mama, die sie sieht und erlebt – sofern diese wirklich vorhanden ist; denn auch diese Form der elterlichen Liebe geht in unserer heutigen Zeit mehr und mehr verloren. Ist sie aber zwischen Vater, Mutter und Kind da, dann sollte das Kind aus dieser Liebe heraus gegenüber den Eltern gehorsam sein.

Diese Ansicht des Gehorsams aus Liebe geht ebenfalls in unserer heutigen Zeit mehr und mehr verloren – und das nicht nur im Elternhaus, sondern eben auch in der Beziehung zu Gott. Es wird regelrecht erwartet, dass Gott verständnisvoll sein muss, wenn wir unseren eigenen Weg im Leben gehen – und – eben so sind, wie wir sind. Unser Gehorsam in Demut, Furcht und Ehrerbietung zu Gott rückt in weite Ferne. Wir lassen uns immer weniger von Gott sagen, was gut und schlecht für unser Leben ist – so ähnlich wie es ein rebellisches Kind gegenüber den Eltern tut.

Einem Kind fällt es schwer – so wie es wahrscheinlich bei uns allen war – die Liebe der Eltern wirklich zu verstehen. Genauso ist es im Glauben: Wer kann schon die Größe der Liebe Gottes fassen? Hätten wir damals die Liebe der Eltern verstanden, hätten wir gewusst, dass all ihre Regeln (seien sie nun im Nachhinein aus biblischer Sicht richtig oder falsch) uns beschützen sollten. Sie wollten unser Bestes, weil sie uns lieb(t)en. Und unsere beste Reaktion auf diese Liebe wäre gewesen, dass auch wir sie lieben und ihnen gehorchen. Genauso ist es mit unserem himmlischen Vater:

2Joh 1,6 Darin besteht die Liebe, dass wir nach den Geboten des Vaters leben, und sein Gebot ist dasselbe, das ihr von Anfang an gehört habt; danach sollt ihr nun auch leben. [GNB]

Eine deutliche und selbst für Kinder verständliche Antwort, die einfach und klar einen Hauptaspekt unserer Liebe zu Gott definiert.

Wir möchten den Kern dieser biblischen Wahrheit wiederholen: “Darin besteht die Liebe, dass wir nach den Geboten des Vaters leben“.

Darin besteht also die Liebe zu Gott, dass wir die Summe dessen tun, was unser Vater zu unserem Schutz und aus seiner Liebe heraus uns geboten hat. Daher lesen wir: Danach sollt ihr nun auch leben.

Im Gegensatz zur weltlichen Definition der Liebe lesen wir bei der biblischen

  • nichts von Gefühlen oder Empfindungen gegenüber Gott,
  • stattdessen von Gehorsam und Taten,
  • die beides der Beweis unserer wahren Liebe zu Gott sind.

Man sollte diese Kurzzusammenfassung aber nicht falsch verstehen, denn unsere Gefühle sind etwas Wundervolles. Er hat uns als emotionale Wesen erschaffen. Jedoch sind unsere Gefühle nicht maßgeblich. Sie können unsere Liebe begleiten, aber sie sind nicht der Kern der Liebe: Es sind unsere Taten aus Gehorsam.

D.h. im Umkehrschluss jedoch nicht, dass wenn jemand es noch nicht für sich erkannt hat, dass die Liebe zu Gott mit seinen Geboten verbunden ist, derjenige so grundsätzlich Gott nicht liebt. Nein, das bedeutet lediglich, dass die Liebe so noch nicht vollkommen geworden ist. Hier der biblische Beleg:

1Joh 2,5 wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollkommen geworden [SLT]

Gleichzeitig ist es wichtig zu erwähnen, dass das alleinige Halten des Gesetzes nach dem Buchstaben sicherlich nicht die Vervollkommnung der Liebe ist. Wir möchten diesen Punkt anders formuliert wiederholen: Nur weil jemand die Gebote hält, heißt das noch lange nicht, dass er Gott auf die Weise liebt, wie er sich das von seinen Kindern wünscht.

Das Thema ist offenkundig vielschichtig und würde hier den Rahmen sprengen.

Aber wir können eines ganz sicher festhalten: Der Allwissende definiert was vollkommene Liebe ist und nicht wir.

Er ist diese vollkommene Liebe, die er in und durch seinen Sohn uns geoffenbart hat. Und dieser eine Sohn Gottes, unser Herr und Erlöser Jesus, hat diese göttliche Form der Liebe zu seinem Vater uns durch seinen vollkommenen Gehorsam vorgelebt und bewies dadurch seine Liebe zu ihm, wie er selbst betont:

Joh 14,31 damit die Welt erkennt, dass ich den Vater liebe, werde ich tun, was der Vater mir geboten hat[ZB]

Die Worte unseres Herrn bestätigen die zuvor getroffenen Aussagen auf’s Genaueste. Er stellt für uns klar: dass man die Liebe zu seinem Vater daran erkennen wird, was er aus seinem Gehorsam heraus tut. Noch einmal der Vers, weil er es so deutlich und leicht verständlich formuliert:

Joh 14,31 damit die Welt erkennt, dass ich den Vater liebe, werde ich tun, was der Vater mir geboten hat[ZB]

Unser Herr lebte uns also nicht seine Gefühle vor oder zeigte uns, wie diese gegenüber Gott sein sollten. Er lehrte uns auch keine Emotionen, sondern Taten aus Gehorsam. Nirgendwo in der Bibel steht, dass wenn wir starke Gefühle haben, dass das dann die Liebe Gottes ist. Ein solcher Vers existiert nicht.

Das Wort “Gefühl” oder “fühlen” kommt nicht einmal im sog. “Neuen Testament” vor: Der griechische Text enthält kein einziges Mal diese Wörter. Auch deutsche Übersetzungen, wie z.B. die Schlachter 2000 sind frei von Wörtern wie “Gefühl” oder “Emotion”. Vertraue uns nicht, sondern siehe bitte selbst nach.

Wir möchten diesen Punkt noch einmal wiederholen, da man heutzutage sehr starken Wert auf Gefühle legt: Die Bibel tut das nicht. Es wird uns in einem Ausmaß klar gemacht, dass das Wort “Gefühl” oder “Emotion” im NT kein einziges Mal vorkommt!

Paradoxerweise scheint die weit verbreitete Meinung aber so zu sein, dass wenn man die Gebote Gottes halten will, es so angesehen wird, als hätte man seine Liebe nicht verstanden. Als würde man sich seine Liebe erarbeiten wollen. Das ist falsch und wirft einen dunklen Schatten auf den wahren Grund: nämlich, dass man seine Gebote hält, weil man ihn liebt.

Nicht: Man hält seine Gebote, damit Gott einen liebt. Welch Unsinn wäre das. Aber das und ähnliches wird denjenigen vorgeworfen, die ihre Liebe zu Gott auf diese Weise leben. Welch Verdrehung und Verfälschung der Wahrheit.

Noch einmal der Vers hierzu:

2Joh 1,6 Darin besteht die Liebe, dass wir nach den Geboten des Vaters leben, und sein Gebot ist dasselbe, das ihr von Anfang an gehört habt; danach sollt ihr nun auch leben. [GNB]

Man versetze sich nun kurz in die Gedanken eines Kindes, welches nach diesen Geboten des Vaters leben will, wie es dieser Vers besagt:

Es steht von Anfang bis Ende geschrieben – selbstverständlich auch im sog. NT – dass die Liebe Gottes das Halten seiner Gebote ist. Vertritt ein Kind diese Ansicht, wird es dafür kritisiert. Was soll ein Kind da denken? Was soll es machen, obwohl es doch nur gehorsam sein will? Ein sehr verwirrender und trauriger Zustand.

Und dieser traurige Zustand des heutigen Zeitgeistes besagt, dass unsere Gefühle und das, was wir im Herzen haben im Vordergrund stehen. Aber die Liebe – nach biblischer Definition – stellt die Taten aus Gehorsam in den Vordergrund und diese sind ein Ausdruck dessen, was wir fühlen und im Herzen tragen.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Heilige Schrift wiederholte Male die Liebe mit dem Gesetz, den Geboten Gottes, verbindet; wie z.B. auch hier aus dem Munde unseres Erlösers:

Mt 24,12 (Unser Herr spricht im Zusammenhang der Endzeit) Und weil die Gesetzlosigkeit überhandnimmt, wird die Liebe in vielen erkalten. [SLT]

Diese Aussage belegt: Gesetzlosigkeit = Erkalten der Liebe in vielen

Der Umkehrschluss dieser Aussage wäre: “Und weil der Gehorsam gegenüber dem Gesetz (den Geboten des Vaters) überhandnimmt, wird die Liebe in vielen sich mehren.”

Ob dies zu weit hergeholt ist, darf und sollte jeder für sich selbst prüfen; z.B. auch anhand dieser Verse, die ebenfalls eine Verbindung zwischen der Liebe und den Geboten herstellen:

1Joh 5,2-3 Doch ob wir die Kinder Gottes auch wirklich lieben, das erkennen wir daran, dass wir Gott lieben, und das heißt: seine Gebote befolgen. Die Liebe zu Gott ist nur echt, wenn wir nach seinen Geboten leben. Und seine Gebote sind nicht schwer zu befolgen. [GNB]

Hier wird gezeigt: Gott lieben heißt: seine Gebote befolgen. Die logische Schlussfolgerung daraus wird uns auch genannt ⇒ Diese Liebe ist nur echt, wenn wir nach seinen Geboten leben.

Heutzutage wird es oft so verstanden, dass Gott und dem Nächsten zu lieben, diejenigen Gebote sind, die es zu befolgen gilt. Das ist nur zu einem Teil richtig. Natürlich sollen wir diese Gebote befolgen, denn sie sind die größten. Das hebt aber die anderen selbstverständlich nicht auf – wie wir es soeben gelesen haben:

1Joh 5,2 … ob wir die Kinder Gottes auch wirklich lieben, das erkennen wir daran, dass wir Gott lieben, und das heißt: seine Gebote befolgen. [GNB]

Durch die Feststellung “und das heißt” wird uns klar und leicht verständlich mitgeteilt, was es heißt die Kinder Gottes und Gott zu lieben, nämlich: “seine Gebote befolgen“.

Eigentlich ziemlich klare und eindringliche Aussagen, die sich an unzähligen Stellen immer und immer wieder wiederholen. Die Bibel ist bei der Liebe Gottes also sehr klar: Taten aus Gehorsam gegenüber seinen heiligen Geboten:

Dadurch wachsen wir nach und nach – vom simplen Halten der Gebote bis hin zur vollendeten Selbstaufgabe – in der Liebe zu Gott und unserem Nächsten.

Wir möchten betonen, dass wir mit diesen Aussagen niemanden angreifen. Es sind ja auch nicht allein unsere Aussagen, sondern Zitate aus der Heiligen Schrift. Ob diese richtig angewandt wurden, sollte (eigentlich muss) jeder für sich selbst prüfen und entscheiden.

Ebenfalls sollte man diese Feststellung prüfen:

Ist jemandem in seinem Glaubenswandel die Liebe wichtig, dann sollten dieser Person – laut Bibel – auch die Gebote Gottes wichtig sein.

Prüfe dies bitte.

Abschließend:

Wenn unser himmlischer Vater die göttliche Liebe für uns, als seine Kinder, kurz zusammenfassen würde, wäre es so, als würde er zu uns sprechen:

“Wenn ihr mich liebt, dann werdet ihr meine Gebote halten und dadurch ganz automatisch mich und meine anderen Kinder lieben lernen. Denn meine Gebote stellen eine Verbindung zwischen dir und mir und zwischen dir und deinem Nächsten her. Diese Liebe zu mir und euren Nächsten wird nach und nach wachsen; denn meine Gebote sind Liebe und kommen aus meiner Liebe zu euch. Ihr zeigt mir eure Liebe aber nicht, wenn ihr sagt, dass euer großer Bruder für euch gehorsam war und ihr es deswegen nicht mehr sein müsst. Auch ihr sollt meine Gebote halten, wie er es getan hat. Dazu seid ihr verpflichtet.”

Der biblische Beleg, dass wir dazu verpflichtet sind:

1Joh 2,4-6 Wenn jemand behauptet: “Ich kenne Gott!”, aber seine Gebote nicht hält, ist er ein Lügner. In ihm wohnt die Wahrheit nicht. Wer sich aber nach seinem Wort richtet, bei dem ist die Liebe Gottes zum Ziel gekommen. Und genau daran erkennen wir, dass wir mit Christus verbunden sind. Wer also behauptet, mit Christus verbunden zu sein, ist verpflichtet auch so zu leben wie Christus gelebt hat. [NEÜ]

Fühlst du dich auch dazu verpflichtet?

Denn…

2Kor 5,15 … er ist deshalb für alle gestorben, damit die, welche leben, nicht mehr für sich selbst leben, sondern für den, der für sie gestorben und auferstanden ist. [SLT]

Gnade, Barmherzigkeit und Friede sei mit dir.

2Joh 1,6 Darin besteht die Liebe, dass wir nach den Geboten des Vaters leben, und sein Gebot ist dasselbe, das ihr von Anfang an gehört habt; danach sollt ihr nun auch leben. [GNB]

V2.6d

Weiterführender Artikel: Glossar – Liebe