Bergpredigt

Die Bergpredigt in ihrem Gesamtzusammenhang – Mt 5,3-16

Unser Herr beginnt seine Lehre mit den sog. “Seligpreisungen” (Verse 3-11), die grob festhalten, wer bzw. welche Eigenschaften (in der Summe und nicht einzeln) Gott wohlgefällig sind und so Eingang in das “Königreich der Himmel” erhalten werden (Anm.: in den anderen Evangelien auch als das “Königreich Gottes” bezeichnet).

Unser Herr setzt also direkt zu Beginn seinen Fokus auf das gerechte Königreich Gottes. Er wird diesen Fokus auch bis zum Ende beibehalten, denn in diesem Königreich herrscht Gottes Gerechtigkeit, Wahrheit und Liebe. Und die Menschen darin müssen diese Gerechtigkeit, Wahrheit und Liebe lernen und leben.

In aller Kürze sind die von ihm in Mt 5,3-9 genannten Attribute für das Reich der Himmel folgende:

die vor Gott im Geist Armen, die Trauernden, die Sanftmütigen, die nach Gerechtigkeit Hungernden, die Barmherzigen, die reinen Herzens und Frieden stiftend sind“.

Jedes dieser Eigenschaften wird in einem Vers kurz und knapp behandelt. Ab Vers 10 erfolgt eine neue, besondere Eigenschaft: “Die Verfolgten“, die der Inhalt von nicht einem, sondern drei Versen sind:

Mt 5,10-12 Glückselig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihrer ist das Reich der Himmel! Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch jegliches böse Wort gegen euch reden um meinetwillen! Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß im Himmel; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind. [SLT]

Unser Herr gibt hier einen kleinen Ausblick in die Zukunft: Damals und vor seiner Zeit gab es nur wenige Propheten; sie alle wurden verfolgt, u.a. weil sie die Wahrheit redeten. Später werden – durch seine Lehre und die daraus resultierende Nachfolge – auch andere einen ähnlich kompromisslosen Weg für Gott leben und dies wird dann zu den gleichen Reaktionen führen: Schmähung, Verleumdung und Verfolgung.

Es sei an dieser Stelle kurz angemerkt: Wenn wir unsere eigenen Wege gehen und meinen, es seien Gottes Wege, können ebenfalls die erwähnten Reaktionen erfolgen, nur dass sie dann um unsertwillen (d.h. aus unseren eigenen Fehltritten heraus) geschehen. Aber nur, wenn wir um der Gerechtigkeit Gottes willen verfolgt werden, werden wir himmlischen Lohn erhalten:

Mt 5,10-12 Glückselig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihrer ist das Reich der Himmel! … Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß im Himmel; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind. [SLT]

Seine nächsten Aussagen in den Versen 13-16 stehen im direkten Bezug zu denen aus 10-12: Das “Salz der Erde und das Licht der Welt” sind also nicht der Beginn eines neuen Themas, sondern stehen im unmittelbaren Zusammenhang zu den Verfolgten“; d.h. unser Meister fordert uns auf:

Wenn wir die Schmähungen, Lügenreden und Verfolgungen aus den Versen 10-12 erleiden, sollen wir uns nicht zurücknehmen, sodass wir

  • unser “Licht verbergen” (Verse 14-16) oder
  • als “das Salz der Erde fade” werden (Vers 13).

Denn diese Dinge werden uns ganz sicher treffen, wenn wir ihm wahrhaftig nachfolgen. Sollten wir aber in der Bedrängnis dieser Nachfolge unser Licht verbergen und als das Salz der Erde fade werden, werden wir in den Augen unseres Herrn als untauglich für das zu Beginn erwähnte Reich Gottes erachtet werden:

Mt 5,13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn aber das Salz fade wird, womit soll es wieder salzig gemacht werden? Es taugt zu nichts mehr, als dass es hinausgeworfen und von den Leuten zertreten wird. [SLT]

Diese Warnung spricht unser Erretter an uns aus, weil er weiß, wenn wir ihm und seiner Lehre wirklich folgen, werden diese Dinge ganz automatisch über uns kommen, denn: So war es bei ihm auch und an seinem Leid sollen wir teilhaben (siehe z.B. Röm 8,17).

Anders formuliert: Unser Herr stellt Schmähung, Lügenreden und Verfolgung als eine Selbstverständlichkeit hin: Glauben wir aufrichtig, werden diese Anfeindungen ganz automatisch kommen und sind daher nichts Außergewöhnliches, sondern gehören selbstverständlich zu unserem Glauben dazu – wenn wir sagen, dass wir gottesfürchtig leben wollen. Dies wussten natürlich auch seine Apostel und lehrten es daher auch klar und deutlich:

1Petr 4,12 Liebe Geschwister, wundert euch nicht über die Anfeindungen, die wie ein Feuersturm über euch gekommen sind, als wäre das etwas Außergewöhnliches. Freut euch vielmehr darüber, dass ihr so Anteil an den Leiden des Messias habt. Denn wenn er dann in seiner Herrlichkeit erscheint, werdet ihr mit Jubel und Freude erfüllt sein. [NeÜ]

2Tim 3,12 Und alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden Verfolgung erleiden. [SLT]

Die Heilige Schrift ist in diesem Punkt sehr klar und deutlich: Wer wahrhaftig gläubig ist und Christus nachfolgt, wird Anfeindung und Verfolgung erleiden, um so Anteil an den Leiden des Messias zu haben. Im Umkehrschluss bedeutet das, auch wenn man diesen Aspekt der Nachfolge heutzutage so gut wie gar nicht mehr hört: Sehen wir diese Dinge nicht in unserem Glaubensleben, sollten die Alarmglocken bei uns angehen. Denn diese Widrigkeiten sind, wie soeben gelesen, nichts Außergewöhnliches. Außergewöhnlich und gleichzeitig besorgniserregend wäre es, wenn sie nicht da wären.
Solch klare Formulierungen – so ungern jeder von uns sie auch hören mag – sind sehr hilfreich für uns, denn an ihnen können wir uns und unseren Wandel zu einem hohen Grad selbst prüfen.

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