Bergpredigt

Mt 5,1-2 Als er aber die Volksmenge sah, stieg er auf den Berg; und als er sich setzte, traten seine Jünger zu ihm. Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach… [SLT]

Mit diesen Worten wird die wohl wichtigste Lehre unseres Herrn Jesus eingeleitet. Fast jeder Gläubige kennt sie, hat sie schon mal selbst gelesen, hat zahlreiche Predigten darüber gehört oder kennt Teile daraus auswendig (wie z.B. das sog. “Vater unser”). Kurzum: Sie ist wohl eine der bekanntesten Passagen aus der Bibel.

Wenn man die Bergpredigt (eigentlich vielmehr “Berglehre”) versteht, versteht man den Kern unseres Glaubens. Wir meinen damit nicht die Details und die Tiefen der Heiligen Schrift, sondern das Erfassen der Lehre unseres Meisters in seinem Zusammenhang genügt,

  • um sich selbst und seine eigenen Motive im Glauben zu prüfen und zu erkennen,
  • um die gefährlichsten Irrlehren zu enttarnen,
  • um so nicht in die Gemütlichkeit der Gnade zu verfallen,
  • sondern um den hohen Anspruch der Nachfolge Jesu zu verinnerlichen und sich klarzumachen,
  • dass wir alle eine grundlegende Herzensveränderung für diese Nachfolge und den Dienst in Selbstaufgabe und Liebe benötigen.

Bei diesem Text werden wir nicht – wie es oft mit der Bergpredigt getan wird – ein paar Verse herauspicken und diese dann im Detail durchgehen oder uns einzelne voneinander getrennte Teile vor Augen führen, sondern wir werden versuchen, Matthäus 5-7 als eine in sich geschlossene Lehre zu verstehen, die uns versucht, etwas Fundamentales über uns und unser Innerstes aufzuzeigen.

Die Wichtigkeit des Zusammenhangs über alle drei Kapitel:

Oft ist es so, dass durch Kapitelnummerierungen, Zwischenüberschriften, Predigten und dergleichen – bewusst oder unbewusst – wir dazu gebracht werden, Passagen aus der Bibel nicht in ihrem Zusammenhang zu sehen und zu verstehen. So auch (oder erst recht auch) bei der oft gelehrten “Bergpredigt”.

Ferner, je mehr wir uns selbst mit ihr beschäftigen, desto mehr unterliegen wir der Gefahr, dass wir selbst nur noch Teile daraus sehen; man sagt sich schnell so etwas wie: “Na ja, ich kenne die Stelle ja schon; es reicht, wenn ich mir jetzt nur Verse X bis Y zu meiner Frage ansehe.”

Durch diese und ähnliche Vorgehensweisen, die sich nur auf einen Teil der Lehre in Matthäus 5-7 fokussieren, kann es schnell passieren, dass man das sog. “Große Ganze der Bergpredigt” aus den Augen verliert – denn: Unser Meister hält gerade einen wichtigen “Vortrag” und dieser ist (wie bei einem Lehrer in der Schule oder Professor an der Uni auch) nicht zusammenhanglos, sondern bildet von Anfang bis Ende ein Ganzes.

Dieses “von Anfang bis Ende ein Ganzes” ist eine Art Schlüssel für das umfassendere Verständnis der Bergpredigt, denn wie bereits erwähnt, lehrt unser Herr nicht in Abschnitten oder isolierten Versen, sondern er fängt in Mt 5,2 an und hört mit Mt 7,27 auf. Alles dazwischen ist in sich geschlossen, baut aufeinander auf und erstrahlt erst auf diese Weise zu dem Licht, das unser Innerstes vom Kern her durchleuchten und verändern soll.

Ehe es losgeht…

… empfehlen wir dir an dieser Stelle, deine Bibel vor dir aufgeschlagen parat zu haben. Ohne wird es kaum bis gar keinen Sinn machen, diesen Artikel zu lesen!
Daher die Bitte, wenn du Interesse hast: Nimm bitte deine Bibel zur Hand, schlag Matthäus 5 auf und mache dann im Laufe des Artikels gerne Pausen, um so besser folgen und prüfen zu können, ob das hier Formulierte mit dem übereinstimmt, was geschrieben steht.