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5Mo 7,12-11,25 – Von Hochmut & Demut und vom Vergessen & Erinnern

Der Fluch des Hochmuts und der Segen der Demut

Wir wollen diesen Lehrblock mit einem Rätsel beginnen. Es lautet: Was ist die erste uns bekannte böse Tat aus der Heiligen Schrift? Tipp: Es ist nicht das Essen vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. Also überlegt mal. Wir können euch sagen, dass selbst viele Erwachsene das nicht wissen. (Frage-Rätsel-Karte)

Die Antwort ist: Es war der Hochmut der Schlange, also der Hochmut des Teufels.

Falls ihr nicht genau wisst, was “Hochmut” bedeutet: Es ist so etwas wie stolz, überheblich und arrogant zu sein und zu denken, dass man der Beste ist. Und der Teufel war und ist heute noch so. Er ist sogar so extrem hochmütig, dass er selbst Gott sein will. Er hat sozusagen die höchste Form des Hochmuts.

Und Gott hasst das! Er hasst es, wenn man hochmütig, stolz und arrogant ist. Dazu hatten wir ja euch direkt in der zweiten Folge eine Warnkarte gegeben. Auf ihr steht:

Durch die Bibel lernen wir, dass Gott Stolz, Arroganz, Überheblichkeit und “auf cool machen” überhaupt nicht leiden kann.

Sprüche 8,13 … GOTT verabscheut unrechtes Tun, lügnerisches Reden, Stolz und Überheblichkeit.

Damit aber seine Kinder nicht stolz, überheblich und hochmütig werden, tut unser himmlischer Vater mehrere Dinge. Zum Beispiel warnt er uns davor, hochmütig zu werden – immer wieder und auf verschiedene Weisen. So zum Beispiel auch in dieser Portion:

5. Mose 8,12 Werdet nicht hochmütig, wenn es euch gut geht, wenn ihr reichlich zu essen habt und in schönen Häusern wohnt …

Hier werden wir davor gewarnt, nicht hochmütig zu werden, wenn wir zum Beispiel von allem mehr als genug haben.

Bei der nächsten Stelle in dieser Portion werden wir gewarnt, dass wir nicht denken sollen, dass wir alles von uns selbst aus schaffen können: 

5. Mose 8,17 Wenn dieses Gute nun kommt, sagt nicht: »Das haben wir aus eigener Kraft geschafft, es ist unsere Leistung!«

Auch sollen wir nicht denken, dass wir uns Gottes Liebe und Zuneigung erarbeiten, weil wir so toll sind. Nein, er schenkt sie uns. Ganz unverdient:

5. Mose 9,4 Wenn der ALLMÄCHTIGE, euer Gott, dies für euch tut, dann denkt nicht: »Wir bekommen dieses Land, weil wir so leben, wie es dem ALLMÄCHTIGEN gefällt.« …

Diese und viele andere Warnungen werden uns gegeben, damit wir nicht arrogant und hochmütig werden.

“Was macht Gott noch, damit wir nicht arrogant und hochmütig werden?”

Es gibt noch vieles, was er da tut. Aber eines ist dabei ganz besonders wichtig:
Er demütigt uns.
Falls ihr nicht wisst, was genau “Demut” ist: Demut ist so etwas wie das Gegenteil von Hochmut. Jemand ist zum Beispiel demütig, wenn er nicht denkt, dass er der Beste und Tollste ist, sondern eher bescheiden ist. (Wörter der Bibel-Karte)

Da wir Menschen eher dazu neigen, egoistisch, stolz und hochmütig zu sein, muss unser himmlischer Vater uns erziehen, das heißt, er muss uns Demut beibringen.


“Und wie macht er das?”

Das ist ganz unterschiedlich, denn Demut kann man durch viele Dinge im Leben lernen. Und da Demut unserem himmlischen Vater sehr, sehr, sehr, sehr wichtig ist, lehrt er seinen Kindern Demut auf viele verschiedene Arten und Weisen.

Zum Beispiel, indem er uns unsere Abhängigkeit von ihm spüren lässt:

5. Mose 8,3 Er ließ euch eure Abhängigkeit spüren, indem er euch hungern ließ. Dann gab er euch Manna zu essen, das ihr und eure Vorfahren bis dahin nicht kanntet. Dadurch wollte er euch zeigen, dass der Mensch mehr als nur Brot zum Leben braucht. Er lebt auch von jedem Wort, das aus dem Mund des ALLMÄCHTIGEN kommt.

Dieser Vers sagt im Kern aus, dass selbst wenn wir alles im Leben haben sollten, wir immer noch von unserem Gott abhängig sind. Denken wir aber, dass wir unabhängig von ihm leben können, dann ist die Gefahr sehr groß, dass wir hochmütig werden. Daher ja der Vers, den wir zuvor hatten:

5. Mose 8,12 Werdet nicht hochmütig, wenn es euch gut geht, wenn ihr reichlich zu essen habt und in schönen Häusern wohnt …

Diesen Vers könnte man ungefähr so verstehen: Ein Kind denkt, dass es alles alleine hinbekommen könnte. Ganz ohne die Hilfe der Eltern. Das heißt, das Kind meint, dass es sich alleine sein eigenes Essen, Trinken, eigene Kleidung und so weiter besorgen kann. Denkt ein Kind so etwas, denkt es automatisch auch, dass es die Eltern nicht braucht. Es fühlt sich unabhängig und wird hochmütig.

© Fxquadro – stock.adobe.com

Und genau das sollen wir gegenüber unserem himmlischen Vater nicht machen. Wir müssen immer demütig und in Verbindung mit ihm leben. Wir brauchen ihn. Wir sind abhängig von ihm! Jedes seiner Kind muss das im Laufe seines Lebens lernen.

Selbst der Sohn Gottes musste das. Daher war er 40 Tage in der Wüste. Dort wurde er dann auch geprüft. Ganz so wie Israel auch: Auch sie waren in der Wüste. Nicht 40 Tage, sondern 40 Jahre. Und auch sie wurden dort geprüft:

Sweet Publishing / FreeBibleimages.org – CC BY SA

5. Mose 8,2 Erinnert euch an den ganzen Weg, den der ALLMÄCHTIGE, euer Gott, euch während dieser 40 Jahre durch die Wüste führte. Dadurch wollte er euch demütigen und euch prüfen

Es gäbe noch sehr, sehr viel zu sagen, aber das beste ist, dass ihr mit euren Eltern über dieses wichtige Thema “Demut” redet. So wie wir euch darum gebeten hatten, dass ihr euch gegenseitig helft, in der Selbstaufgabe zu leben, so bitten wir euch jetzt, dass ihr euch gegenseitig helft, in Demut zu leben. (Gemeinschaftskarte)

Denn wie gesagt: Demut ist unserem Gott sehr, sehr wichtig. Er möchte, dass jeder von uns in Demut lebt:

Micha 6,8 Es wurde dir, Mensch, doch schon längst gesagt, was gut ist und wie Gott möchte, dass du leben sollst. Er fordert von euch nichts anderes, als dass ihr euch an das Recht haltet, liebevoll und barmherzig miteinander umgeht und demütig vor Gott euer Leben führt.

Wir sind am Ende dieses Lehrblocks angelangt, aber ganz am Ende gibt es noch einmal ein “Musikvideo” zum Thema Demut.

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