Die Kundschafter fürs gelobte Land
4Mo 13,1-2 Und der HERR redete zu Mose und sprach: Sende Männer aus, dass sie das Land Kanaan auskundschaften, das ich den Kindern Israels geben will. …
Wir hatten die Stelle zu Beginn. Bevor wir gleich mit ihr weitermachen, müssen wir eine Sache vorab klarstellen, ehe das dann bei dem einen oder anderen später zu Fragezeichen führt:
5Mo 1,21 Siehe, der HERR, dein Gott, hat dir das Land gegeben, das vor dir liegt; zieh hinauf, nimm es in Besitz, so wie es der HERR, der Gott deiner Väter, dir verheißen hat. Fürchte dich nicht und sei nicht verzagt! Da kamt ihr alle her zu mir und spracht: Lasst uns Männer vor uns hersenden, die für uns das Land erkunden und uns Bericht bringen über den Weg, den wir ziehen, und die Städte, in die wir kommen sollen!
Hier wiederum lesen wir, wie das Volk die Kundschafter begehrte und erst daraufhin der Befehl zur Aussendung erfolgte. Der Allmächtige selbst sagte zu ihnen, dass sie das Land in Besitz nehmen und sich dabei nicht fürchten sollen. Nur weil dann später der göttliche Befehl kam, heißt das also nicht, dass es auch im Sinne Gottes war.
Das anschaulichste Beispiel zu diesem Muster, dass Gott etwas anderes wollte, dann aber auf das Volk reagiert, ist sicherlich Saul. Auch da befahl Gott im Nachhinein etwas, was ursprünglich nicht in seinem Sinne war:
1Sam 8,4-7 Da versammelten sich alle Ältesten von Israel und kamen zu Samuel nach Rama; und sie sprachen zu ihm: Siehe, du bist alt geworden, und deine Söhne wandeln nicht in deinen Wegen. Nun setze einen König über uns ein, dass er uns richte, gleich allen Nationen. Und das Wort war übel in den Augen Samuels, als sie sprachen: Gib uns einen König, dass er uns richte! Und Samuel betete zu dem HERRN. Und der HERR sprach zu Samuel: Höre auf die Stimme des Volkes in allem, was sie dir sagen; denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen, dass ich nicht König über sie sein soll.
Dennoch erfolgt dann dieser Befehl:
1Sam 9,15-16 Der HERR aber hatte einen Tag, bevor Saul kam, dem Ohr Samuels eröffnet und gesagt: Morgen um diese Zeit werde ich einen Mann aus dem Land Benjamin zu dir senden, und du sollst ihn zum Fürsten salben über mein Volk Israel; und er wird mein Volk aus der Hand der Philister retten; denn ich habe mein Volk angesehen, denn sein Schreien ist zu mir gekommen.
Auch hier (würde man die Stelle isoliert lesen) könnte man schnell denken, dass Gott irgendwie das Gebet des Volkes wohlgefällig annimmt und etwas befiehlt, was auch in seinem Sinne ist. Aber das absolute Gegenteil ist der Fall.
Und nach genau diesem Muster erfolgt auch die Aussendung der Kundschafter.
Das ist deswegen für unsere Betrachtung hier wichtig, weil sonst bei dem gleich Folgenden jemand einwenden könnte, dass die Schlussfolgerungen hinfällig sind, weil der Befehl zum Aussenden der Kundschafter ja von Gott selbst gekommen war. Aber Gott wollte eben nicht, dass man Kundschafter aussendet, sondern er wollte, dass man keine Angst hat und ihm voll und ganz vertraut. Er hatte sie mit mächtigen Wundern und Zeichen befreit und natürlich wird er sie dann auch ans Ziel bringen.
Und damit sind wir schon beim Kern angekommen, denn das Aussenden der Kundschafter hatte mit Sorgen, Zweifel, Ängsten, mangelndem Glauben und mangelndem Gottvertrauen zu tun. Diese Haltung spiegelte sich dann auch in dem wider, was die Kundschafter nach ihrer Reise dem Volk mitteilten. Durch ihre Worte wurden die Sorgen, Zweifel und Ängste des Volkes nur noch größer und der Glaube und das Vertrauen wurde so klein, dass sie alles in Frage stellten, was bis dahin geschehen war.
Auf der anderen Seite aber waren Josua und Kaleb. Sie standen für Zuversicht, Glauben und Vertrauen in die Allmacht Gottes. Sie hätten keine Kundschafter gebraucht. Sie wären einfach so in das verheißene Land marschiert, weil sie wussten: Das, was Gott angefangen hat, wird er auch zu Ende bringen. Er wird sein Versprechen halten!
Vielleicht werden dem einen oder anderen hier schon die Zusammenhänge klar. Vor allem für diejenigen, die sich schon ein wenig intensiver mit dem Gesetz Mose, der Torah, auseinandergesetzt haben. Sie werden wissen, dass der Auszug und der Einmarsch ins verheißene Land ein prophetischer Vorschatten auf das ist, was mit uns heute passiert. Denn auch wir werden aus der Knechtschaft der Welt befreit und marschieren auf unser neues Zuhause hin: dem tausendjährigen Friedensreich und der anschließenden Ewigkeit mit Gott.
Und auf dem Weg dorthin gibt es nun einige, die – wie jene damals auch – unbedingt Kundschafter wollen. Diese Kundschafter sollen ihnen – ebenfalls wie jene damals – vorab sagen, was sie ganz genau (!) erwartet und was ganz genau (!) auf sie zukommt. Und zwar am besten mit einem ganz genauen Datum!
Und die Kundschafter der heutigen Zeit sind diejenigen, die das Internet, insbesondere die sozialen Medien (wie z.B. Youtube) mit den Ergebnissen ihrer “Kundschaftsreise” füllen. Auch sie – wie jene damals – verunsichern das Volk Gottes, indem sie – bewusst oder unbewusst – Angst und Zweifel säen und Halbwahrheiten und böse Gerüchte verbreiten:
4Mo 13,32-33 Und sie verbreiteten unter den Kindern Israel ein böses Gerücht über das Land, das sie ausgekundschaftet hatten, und sprachen: Das Land, das wir durchzogen haben, um es auszukundschaften, ist ein Land, das seine Bewohner frisst; und alles Volk, das wir darin gesehen haben, sind Leute von hohem Wuchs; auch haben wir dort die Riesen gesehen, die Kinder Enaks, von den Riesen; und wir waren in unseren Augen wie Heuschrecken, und so waren wir auch in ihren Augen.
Diese bösen Gerüchte von heute sind die wilden Spekulationen, Sensations-”Nachrichten”, gefährlichen Halbwahrheiten und katastrophalen Fehlinterpretationen biblischer Prophetie, die gedreht und gewendet werden, wie es einem passt. Die Riesen dabei sind dann die Weltmächte, die uns – wie jene Riesen damals – auffressen werden.
Aber lasst euch sagen, ihr “Kundschafter der Neuzeit”, die ihr die Kinder Gottes verunsichert, Horrorbilder in ihre Köpfe und Herzen sät:


Natürlich ist die Welt böse und wird vom Bösen regiert,aber wenn unser Gott nicht will, kann uns nichts und niemand! etwas antun.
Nicht einmal ein Haar krümmen!
Daher brauchen wir weniger Kundschafter mit wilden und sensationslüsternen Botschaften, die Verwirrung und Unsicherheit in die Herzen der Kinder Gottes säen, sondern wir brauchen mehr Josuas und Kalebs, die uns die Frucht des Landes als Beweis dafür bringen, dass unser Gott treu ist. Diese Frucht sind die Versprechen in seinem Wort. Denn was er mit uns begonnen hat, wird unser Gott auch zu Ende bringen … und auf dieser Reise wird keines seiner Kinder über das Maß hinaus versucht werden, was er/sie nicht tragen könnte!
1Kor 10,13 Keine Versuchung hat euch ergriffen als nur eine menschliche; Gott aber ist treu, der nicht zulassen wird, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen wird, so dass ihr sie ertragen könnt.
Daher sollten seine Kinder sich weniger mit den Machenschaften des Bösen stattdessen mehr mit der Macht Gottes beschäftigen. Das sollte unser Fokus sein und nicht das wilde Herumspekulieren und Beschäftigen mit diesen Dingen.
Gott wird zu seiner Zeit Klarheit schenken, denn …
Amos 3,7 Denn der Herr, HERR, tut nichts, es sei denn, dass er sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten, offenbart habe.
Soll heißen: Es ist ein immer wiederkehrendes und unverrückbares Muster, dass unser Gott, ehe er sein Gericht ausübt (wie z.B. das bevorstehende durch die Drangsal), er es immer auch vorher durch seine Propheten ankündigt. Immer.
Daher kann man sagen:
Der eine sucht Kundschafter,
die ihn in Wirklichkeit nur verwirren,
der andere wartet auf die von Gott gesandten Propheten,
die ihm in Klarheit die Wahrheit bringen.

