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Prophezeiungen – Arten, ihre Funktion und wie wir damit umgehen sollen

Da unser Fokus in diesem Artikel die Warnungen sind, die in den Ereignissen von damals stecken, wird hier keine Ausarbeitung zum Thema biblische Prophezeiungen folgen, sondern wir werden uns lediglich nur die wichtigsten Eckpunkte dazu ansehen, die uns dann dabei helfen werden, die Gemeinsamkeiten zwischen den Ereignissen von damals mit denen von heute klar und deutlich zu erkennen und so unsere Lehre daraus zu ziehen.

Beginnen wollen wir mit dem Unterschied zwischen einer klaren und unmissverständlichen Prophezeiung, die keine Interpretation in dem Sinne benötigt, und einer Prophezeiung, die, nennen wir es mal, “verschlüsselt” ist. Natürlich gibt es noch weitere Arten als auch Abwandlungen zwischen den verschiedenen Formen von Prophezeiungen, aber für unser Thema hier genügen diese beiden.

Zu ihnen je ein Beispiel:

Jer 25,8-12 Darum, so spricht der HERR der Heerscharen: Weil ihr meinen Worten nicht gehorcht habt, siehe, so sende ich nach allen Geschlechtern des Nordens und hole sie herbei, und sende zu meinem Knecht Nebukadnezar, dem König von Babel, und lasse sie kommen über dieses Land und über seine Bewohner und über alle diese Völker ringsum; und ich will sie dem Bann preisgeben und sie zum Entsetzen und zum Gespött und zu ewigen Trümmerhaufen machen. Und ich will unter ihnen aufhören lassen das Jubel- und Freudengeschrei, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut, das Klappern der Mühle und das Licht der Lampe; und dieses ganze Land soll zu Trümmerhaufen, zur Wüste werden, und diese Völker sollen dem König von Babel dienen, 70 Jahre lang. Und es wird geschehen, wenn die 70 Jahre vollendet sind, dann will ich an dem König von Babel und an jenem Volk ihre Schuld heimsuchen, spricht der HERR, auch am Land der Chaldäer, und ich will es zur ewigen Wüste machen.

Hier lesen wir von … 

  • dem genauen Grund der Prophezeiung (“Weil ihr meinen Worten nicht gehorcht habt”),
  • der Person, durch die das Gericht Gottes durchgeführt werden wird (“meinem Knecht Nebukadnezar, dem König von Babel”),
  • der Dauer (“diese Völker sollen dem König von Babel dienen, 70 Jahre lang”),
  • und davon, was am Ende der 70 Jahre geschehen wird (“wenn die 70 Jahre vollendet sind, dann will ich an dem König von Babel und an jenem Volk ihre Schuld heimsuchen”).

Was mit dem Volk Gottes selbst, also Israel, am Ende dieser 70 Jahre passieren wird, lesen wir nicht. Damit kommt auch direkt ein weiteres Prinzip biblischer Prophezeiungen zur Geltung, denn nicht immer lesen wir alle “Eckdaten” zu einer Prophezeiung an einer einzigen Stelle. So auch hier, denn erst einige Kapitel später steht geschrieben:

Jer 29,10 Denn so spricht der HERR: Sobald siebzig Jahre für Babel voll sind, werde ich mich euer annehmen und mein gutes Wort an euch erfüllen, euch an diesen Ort zurückzubringen.

Damit unser kleines Beispiel hier praktischer und anschaulicher wird, sehen wir uns den Propheten Daniel dazu an, der sich mit diesen Prophezeiungen von Jeremia beschäftigte.

Dan 9,1-2 Im ersten Jahr des Darius, des Sohnes Ahasveros’, von medischer Abstammung, der zum König über das Reich der Chaldäer gemacht worden war, im ersten Jahr seiner Regierung achtete ich, Daniel, in den Schriften auf die Zahl der Jahre, von der das Wort des HERRN an den Propheten Jeremia ergangen war, dass die Verwüstung Jerusalems in 70 Jahren vollendet sein sollte.

Daniel verstand, dass nicht nur die 70 Jahre maßgeblich waren, sondern auch, dass am Königreich Babels Gericht geübt werden musste. Das heißt, Babel/Babylon musste fallen, ehe die gesamte Prophezeiung erfüllt werden konnte. So geschah es dann auch, indem eben die babylonischen Herrscher Nebukadnezar und Belsazar durch einen neuen König, Darius, einen Meder, ersetzt wurden. Die einzelnen Punkte der Prophezeiung wurden damit erfüllt, sodass das eigentliche Ziel der Prophezeiung beginnen konnte: mein gutes Wort an euch zu erfüllen und euch an diesen Ort zurückzubringen.

Das ist ein kleines anschauliches Beispiel für eine ziemlich klare, ja fast schon unmissverständliche Prophezeiung. Aber wie wir alle wissen, gibt es ganz, ganz andere Kaliber. Für diese alles andere als klaren und durchaus mehr als missverständlichen Prophezeiungen brauchen wir in dem Sinne keine Beispiele, weil sie jeder von uns kennt. Die Heilige Schrift ist schließlich voll davon.

Aber warum ist das eigentlich so? Also warum gibt es so viele Prophezeiungen, die man so unterschiedlich interpretieren kann?

Der Hauptgrund ist, dass wir gewisse Prophezeiungen verstehen dürfen und auch sollen, andere wiederum sollen – erst einmal – verborgen bleiben.

5Mo 29,28 Das Verborgene ist des HERRN, unseres Gottes; aber das Offenbarte ist unser und unserer Kinder in Ewigkeit … 

Unser himmlischer Vater entscheidet also, was genau wir wann genau verstehen sollen und was noch nicht. Das anschaulichste Beispiel dafür ist das Kommen seines Sohnes. Dazu lesen wir:

1Petr 1,10-11 Nach diesem Heil haben die Propheten, die von der Gnade, die euch zuteil werden sollte, gesucht und geforscht. Sie forschten nach der Zeit und den Umständen, auf die der Geist Christi, der in ihnen wirksam war, hindeute, wenn er im Voraus Zeugnis ablegte von den Leiden Christi und den darauf folgenden Offenbarungen der Herrlichkeit. 

Selbst, wenn es damals einige wenige gab, die in unserem Herrn die Erfüllungen der messianischen Prophezeiungen gesehen hatten, gab es laut dem NT keinen einzigen, der das Leiden, das Sterben und die Auferstehung aus den Prophezeiungen des Alten Testaments verstanden hatte und auf ihn anwenden konnte. 

Das alles war also gemäß 5Mo 29,28 verborgen, obwohl es zum Beispiel in Jes 53, Ps 16, Ps 110, Jona 2 und dergleichen prophezeit wurde. Nur eben nicht klar und unmissverständlich, sondern “göttlich verschlüsselt”.

Und obwohl nicht irgendwelche, sondern eben wahre Propheten Gottes, in denen, laut 1. Petrus, der Geist Christi wirksam war, in der Heiligen Schrift forschten, konnten sie die Zeiten und Umstände nicht “entschlüsseln”. 

Jetzt könnte man sich fragen: Wozu dann überhaupt diese Art von Prophezeiungen?

Hes 24,24 Und so wird Hesekiel für euch ein Zeichen sein; ihr werdet genau so handeln, wie er gehandelt hat; und wenn es eintreffen wird, werdet ihr erkennen, dass ich GOTT, der Herr, bin!

Oder noch klarer formuliert:

Joh 14,29 Und nun habe ich es euch gesagt, ehe es geschieht, damit ihr glaubt, wenn es geschieht.

Man kann also, wenn man alles bisher Gesehene zusammenfasst, sagen:

Es gibt Prophezeiungen, die wir verstehen sollen und es gibt Prophezeiungen, die wir erst im Nachhinein verstehen werden.

Ein biblisches Muster, ja fast schon eine biblische Tatsache dabei ist:
Je verschlüsselter sich die Prophezeiungen lesen und je wichtiger die damit verbundenen Ereignisse sind, desto eher werden wir sie nicht vorab, sondern erst im Nachhinein (oder während sie geschehen) verstehen. 

Auch hier ist erneut das anschaulichste Beispiel für dieses biblische Muster die Ankunft, das Leben, das Leiden, der Tod und die Auferstehung unseres Herrn.

Jetzt könnte man sich fragen: Macht es dann überhaupt Sinn, über derartige Prophezeiungen zu grübeln, wenn man sie eh (noch) nicht verstehen kann? Ja und nein.

Denn bei der wohl längsten, ausführlichsten und sicherlich “kompliziertesten” Prophezeiung (mit dem absolut größten Interpretationsspielraum in der gesamten Heiligen Schrift!) lesen wir von einem sehr, sehr wichtigen Punkt, der vielen überhaupt nicht bewusst ist:

Offb 1,3 Glückselig, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und bewahren, was in ihr geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe.

Hier werden diejenigen als glückselig beschrieben, die die Worte lesen und bewahren. Hier steht nichts von interpretieren, auslegen, verstehen oder dergleichen.

In anderen Worten und ganz praktisch formuliert:
Wenn man versteht, dass man manche Prophezeiungen noch gar nicht verstehen kann, heißt das nicht, dass man sie komplett ignorieren sollte. Gleichzeitig heißt es auch nicht, dass ein “sich intensiv damit beschäftigen und wild heruminterpretieren” Sinn macht, da man es ja noch gar nicht verstehen kann (!) und es auch noch nicht soll.

Stattdessen sollten wir alle das tun, was geschrieben steht:
Die Prophezeiungen lesen und bewahren,
sprich sie kennen.

Warum?

Weil wenn die prophezeiten Ereignisse nach und nach eintreten, werden diejenigen, die vom Geist Gottes geleitet werden, die Worte, die durch den Geist Gottes niedergeschrieben worden sind, verstehen und mit den Ereignissen, die sie erleben, in Verbindung bringen.

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