Eure Fragen an uns – 1Tim 1,9 – Gerechte ohne Gesetz?

1Tim 1,9 und berücksichtigt, dass einem Gerechten kein Gesetz auferlegt ist, … [SLT]

Diese etwas fragwürdige und somit leicht falsch zu verstehende Übersetzung verzerrt den Kern der Aussage des Paulus. Daher gleich zu Beginn ein paar andere Übersetzungen zum Direkt-Vergleich:

  • indem er dies weiß, dass für einen Gerechten das Gesetz nicht bestimmt ist, … [CSV]
  • Das heißt, wenn man sich bewusst ist, dass das Gesetz nicht den Gerechten betrifft, sondern diejenigen, die das Gesetz noch nicht haben und sich nicht unterordnen: … [ZB]
  • Wir dürfen nämlich eines nicht vergessen: Das Gesetz ist nicht für Menschen da, die tun, was Gott will, sondern für solche, die sich um Recht und Ordnung nicht kümmern. … [GNB]
  • Aber für wen ist denn das Gesetz bestimmt? Doch nicht für Menschen, die nach Gottes Willen leben, sondern für solche, die gegen das Recht verstoßen und sich gegen Gott und seine Gebote auflehnen: … [HFA]

Das Gesetz ist also nicht für die Gerechten bestimmt und betrifft nicht den, der sowieso schon tut, was Gott will, d.h. nach Gottes Willen lebt.

Die nach diesen Worten folgende Aufzählung des Paulus macht klar, um was bzw. vielmehr um wen es ihm in diesen Versen geht. Er richtet seine Worte nämlich an die…

1Tim 1,9-10 … Gesetzlosen und Widerspenstigen, Gottlosen und Sündern, Unheiligen und Gemeinen, solchen, die Vater und Mutter misshandeln, Menschen töten, Unzüchtigen, Knabenschändern, Menschenräubern, Lügnern, Meineidigen und was sonst der gesunden Lehre widerspricht; [SLT]

Es geht ihm also um Menschen die Dinge tun, die man laut dem Gesetz Gottes und somit natürlich auch nach dem Evangelium nicht tun soll. Denn die “Frohe Botschaft” beinhaltet ja die Buße und die darauf folgende Vergebung der Sünden. Und die Sünde wird nun einmal anhand des Gesetzes definiert:

1Joh 3,4 Jeder, der die Sünde tut, der tut auch die Gesetzlosigkeit; und die Sünde ist die Gesetzlosigkeit. [SLT]

Röm 7,7 Soll das alles nun etwa bedeuten, dass Gottes Gesetz sündig ist? Natürlich nicht! Aber es ist doch so: Ohne die Gebote Gottes hätte ich nie erfahren, was Sünde ist. Würde es dort nicht heißen: »Du sollst nicht begehren …« [2Mo 20,17], so wüsste ich nicht, dass mein Begehren Sünde ist. [HFA]

Das heißt, dass das Gesetz u.a. dafür da ist, damit wir unsere Fehler besser erkennen können. Das ist kein negativer Grund, sondern ein Grund aus der Liebe und Fürsorge Gottes für seine Kinder. Daher schreibt Paulus auch einige Verse später Folgendes:

Röm 7,12-13 So ist nun das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut. Hat nun das Gute (also das Gesetz) mir den Tod gebracht? Das sei ferne! … [SLT]

Oder wie in seinem Brief an Timotheus:

1Tim 1,8 Wir wissen aber, dass das Gesetz gut ist, wenn man es gesetzmäßig anwendet; [SLT]

Zur Summe all dieser bereits genannten Verse, ein Beispiel aus unserem Alltag, welches den Kern seiner Aussage verdeutlichen soll:
Wenn man als Fußgänger konsequent immer bei “Rot” stehenbleibt und bei “Grün” über die Straße geht, braucht man die Straßenverkehrsordnung nicht, da man “ordentlich wandelt”. Der dies aber nicht tut, braucht dieses Gesetz, damit er es zukünftig anders macht; d.h. man muss ihm die Inhalte des Gesetzes noch beibringen:

1Tim 1,9 Das heißt, wenn man sich bewusst ist, dass das Gesetz nicht den Gerechten betrifft, sondern diejenigen, die das Gesetz noch nicht haben und sich nicht unterordnen: … [ZB]

Das heißt: Jeder, der auch im Glauben ordentlich nach dem Willen Gottes wandelt, braucht sich keine Sorgen machen. Sorgen machen sollten sich diejenigen, die nicht danach wandeln.
Und was der Wille Gottes ist, findet man v.a. in seinem Wort – und zwar nicht nur im letzten Viertel des Buches, sondern überall.

Joh 17,17 Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit. [SLT]

V1.1

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