Eure Fragen an uns – Apg 10 – Unreines essen erlaubt?

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Apg 10,11-15 Und er sah den Himmel geöffnet und ein Gefäß zu ihm herabkommen, wie ein großes, leinenes Tuch, das an vier Enden gebunden war und auf die Erde niedergelassen wurde; darin waren all die vierfüßigen Tiere der Erde und die Raubtiere und die kriechenden Tiere und die Vögel des Himmels. Und eine Stimme sprach zu ihm: Steh auf, Petrus, schlachte und iss! Petrus aber sprach: Keineswegs, Herr! denn ich habe noch nie etwas Gemeines oder Unreines gegessen! Und eine Stimme sprach wiederum, zum zweiten Mal, zu ihm: Was Gott gereinigt hat, das halte du nicht für gemein! [SLT]

Es ist völlig nachvollziehbar, dass anhand dieser Verse schnell die Lehre aufkommen kann, dass Gott alle Tiere “gereinigt hat” und so wir nun alle Tiere essen dürfen, ohne dabei zu sündigen. Auf diese Weise wird die Stelle sehr häufig ausgelegt und gelehrt.

Die Aufklärung darüber, was das Gesicht bedeutet, beantwortet uns (ein wenig später im gleichen Kapitel) die Bibel selbst. Denn auch hier, wie in vielen anderen Stellen, ist das Lesen des gesamten Zusammenhangs und nicht das isolierte Betrachten einzelner Verse entscheidend. Liest man also die Verse, als auch die Kapitel davor und danach, braucht man kein sog. “Fachwissen”, um die Stelle eindeutig und klar zu verstehen. Denn die Auslegung bzw. Erklärung der Vision wird vom Wort Gottes selbst übernommen, sodass keinerlei Missverständnisse für uns aufkommen können:

Apg 10,28 … Aber Gott hat mir unmissverständlich klar gemacht, dass man keinen Menschen als unheilig oder unrein bezeichnen darf. [NGÜ]

Mit diesem Vers ist das Missverständnis auch schon völlig aufgelöst. Es geht in Apg 10 also nicht um Tiere, die von Gott nun als rein für die Speise erklärt wurden, sondern um Menschen, die man nicht als unrein bezeichnen bzw. ansehen soll.

Auch im nächsten Kapitel redet Petrus erneut darüber und legt die Vision und die Geschehnisse seinen Brüdern in Jerusalem vor und erklärt somit den Zusammenhang zwischen den unreinen Tieren und ihrem verkehrten Verständnis bzgl. der Gnade Gottes, die offen für alle Menschen ist.

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