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Der biblische Kalender für Einsteiger

Der biblische Monat

Hier geht’s jetzt erst so richtig los. Damit ist gemeint, dass es bei der Bestimmung des Monatsbeginns nicht nur verschiedene Ansichten gibt, sondern auch die Bewegung des Mondes an sich ist ein wenig komplizierter als zum Beispiel die der Sonne oder der Sterne. Zusätzlich kommt hinzu, dass der Mond verschiedene Mondphasen hat, die für den Monatsbeginn entscheidend sind. Wenn dann einige Ansichten noch den Zustand der Ernte mit in die Gleichung nehmen, wird es ganz kompliziert.

Damit das Ganze dennoch überschaubar bleibt, konzentrieren wir uns auf die drei am häufigsten vorkommenden Ansichten zur Monatsbestimmung. Diese sind:

  • Der Monatsbeginn mit der Mondsichel (oft im Zusammenhang mit dem Zustand der Gerste)
  • Der Monatsbeginn mit dem nicht sichtbaren Neumond
  • Der Monatsbeginn nach dem jüdischen Hillel 2-Kalender

Anm.: Auf diese drei Methoden sind wir mitunter im Artikel “Der biblische Kalender – Sonne, Mond & Sterne – Monatsbeginn” genauer eingegangen. Wer Genaueres dazu wissen will, kann dort reinschauen.

Hier werden wir uns lediglich auf die wichtigsten Argumente beschränken, die für oder gegen die jeweilige Ansicht sprechen, sodass ihr einen Überblick darüber bekommt, warum manche Geschwister dem einen Kalender und andere dem anderen Kalender folgen.

Der jüdische Hillel 2-Kalender:

  • Ein anhand einer mathematischen Formel im Voraus berechneter Kalender.
  • Er wurde v.a. deswegen entwickelt und eingeführt, weil sich das Haus Juda (also das jüdische Volk) in der Zerstreuung befand und das jeweilige Datum für die heiligen Feste benötigte.
  • Die Daten wurden anhand dieses Kalenders ausgerechnet.
  • Den jüdischen Geistlichen ist klar, dass es sich dabei nicht (!) um den korrekten biblischen Kalender handelt.
  • Letzteres ist für viele Geschwister das stärkste Argument gegen diesen Kalender.

Warum dennoch einige Geschwister diesem Kalender folgen:

  • Sie erkennen die jüdischen Geistlichen als von Gott eingesetzte Autorität an und folgen daher ihrem Entschluss.
  • Andere wiederum richten sich nach diesem Kalender, damit sie gemeinsam mit dem jüdischen Volk die Feste feiern können.

Das in kurz zu diesem Kalender. Der nächste ist:

Der Monatsbeginn mit der Mondsichel (+ der Zustand der Gerste)

  • Hier geht man von der ersten sichtbaren Sichel des Mondes (meist von der in Jerusalem) aus. Die Sichel startet den neuen Monat.
  • Sehr häufig wird diese Art der Bestimmung begleitet von dem Verständnis, dass die Sichtung der Sichel allein nicht genügt, sondern die Gerste muss (ebenfalls in Jerusalem und Umgebung) einen gewissen Reifegrad haben. Welcher das genau ist, wird von den Geistlichen vor Ort bestimmt.
  • Das Verständnis, dass der Kalender irgendwie auch von der Ernte mitbestimmt wird, baut darauf auf, dass die Erstlingsgarbe innerhalb der Woche der Ungesäuerten Brote dargebracht werden muss.

Wir werden gleich noch etwas genauer auf diese Punkte eingehen. Zuvor aber noch die dritte Ansicht:

Der Monatsbeginn mit dem nicht sichtbaren Neumond

Hier kann man direkt mit den stärksten Gegenargumenten beginnen, weil diese im Zusammenhang mit dem nicht sichtbaren Neumond “immer” aufkommen. Diese sind:

  • “Wie soll man sich nach einem nicht sichtbaren Mond orientieren, wenn man diesen eben nicht sehen kann?!”
    Das ist so etwas wie das Totschlagargument.
  • Der Zustand der Gerste spielt keine Rolle.
  • Der Neumond muss nicht in Jerusalem gesichtet werden.

Man erkennt schnell, dass die beiden Ansichten “Mondsichel” und “Neumond” so etwas wie Gegensätze sind.

Um hier so neutral wie möglich diese beiden Varianten zu behandeln, wollen wir nicht das Für und Wider für die eine oder andere Variante bringen, sondern auf die “Logik bzw. Denkweise” hinter den einzelnen Punkten eingehen.

Was meinen wir damit?

Wir hatten ja soeben gesagt, dass das sog. Totschlagargument ungefähr Folgendes ist:
“Ist doch völlig logisch, dass der nicht sichtbare Neumond nicht der Monatsbeginn sein kann, weil man ihn eben nicht sehen, sondern nur mit technischen Hilfsmitteln bestimmen kann.”

Dazu ein Gedankenexperiment:

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Wir stellen uns vor, dass wir ein erfahrener Beobachter der Himmelskörper sind. Für unser Beispiel hier die Sonne. Das heißt, da wir uns jahrelang tagein tagaus den Verlauf der Sonne am Himmel angesehen haben, verstehen wir ihre Laufbahnen sehr genau. Wir verstehen, dass sie im Sommer einen längeren und höheren Bogen macht als im Winter. Wir verstehen, dass sie immer im Osten auf- und im Westen untergeht. Wir verstehen auch, dass sie im Laufe des Jahres mal minimal links, mal minimal rechts vom Osten aufgeht und dasselbe dann im Westen usw. usf. In kurz: Wir wissen ganz, ganz genau, zu egal welcher Jahreszeit und zu egal welcher Stunde sich die Sonne wo befindet.
Nun stellen wir uns für unsere Veranschaulichung einen trüben und dunklen Wintermittag vor. Es ist 12.00 Uhr, aber der Himmel ist so extrem dicht bewölkt, dass man von der Sonne nichts sieht. Wirklich gar nichts.
Weiß unser Profi-Beobachter dennoch, wo die Sonne ist? Ohne sie zu sehen? Natürlich weiß er das. Und zwar nicht ungefähr, sondern ganz, ganz genau. 

Das heißt, weil er die von Gott geschaffene und sich immer und immer wieder wiederholende Umlaufbahn eines Himmelskörpers kennt, weiß er auch, wo der jeweilige Himmelskörper ist, selbst wenn er ihn nicht sieht.

Und ganz genau so ist es mit dem Mond. Dazu erneut ein Video zur Veranschaulichung:

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Sicherlich kann man sehr leicht erkennen, ohne dass man jetzt die genauen Bewegungen des Mondes kennt, dass es – ganz so wie bei der Sonne auch – möglich ist, zu wissen, wo der Mond sich befindet, selbst wenn man ihn nicht sieht.

Das heißt: Ein erfahrener Beobachter kennt den Verlauf des Mondes genau so, wie den der Sonne. Er kennt seine Bewegung am Himmel, er kennt die Phasen, die ab- und zunehmen, er kennt seinen Auf- und Untergang usw. usf.

Das wiederum heißt, wenn er den Monatsanfang anhand eines nicht sichtbaren Mondes bestimmen müsste, könnte er das. Es wäre für ihn nicht unmöglich, sondern ein Kinderspiel. Er blickt dazu einfach in den Himmel, beobachtet die Laufbahn des Mondes, sieht ihn langsam, Tag für Tag, abnehmen: erst ein Dreiviertelmond, dann Halbmond, dann Viertelmond, dann sieht er nur noch eine Sichel, dann nur noch den letzten Hauch einer Sichel. Und dann, was dann? Genau, am nächsten Tag, wenn der Mond nicht mehr sichtbar ist, sieht er den Neumond. Warum? Na, weil er ganz genau weiß, wie sich der Mond am Himmel bewegt und wo er gerade ist. Und das eben, obwohl er ihn nicht sieht. Ganz so wie in dem Beispiel zuvor der Profi-Beobachter die Sonne nicht sieht, aber ganz genau weiß, wo sie sich befindet.

Und das wiederum heißt, dass das zuvor genannte “Totschlagargument”, bei dem viele Geschwister diese Methode direkt – und leider ohne weiter zu prüfen – verwerfen, eigentlich kein Totschlagargument ist. Ganz und gar nicht.

Es klingt zwar auf den ersten Blick logisch, sogar total logisch, aber eben nur, weil wir es verlernt haben, in den Himmel zu blicken und die von Gott eingesetzten Himmelskörper und die von ihm eingesetzten Laufbahnen zu verstehen. Nur deshalb klingt es logisch.

Nun zum zweiten Einwand, der häufig gebracht wird:
“Der Neumond muss im Land Israel zu sehen sein. Alles andere wäre unbiblisch.”

Auch hier gilt dasselbe. Das heißt: Weil man sich mit dem Thema nicht richtig auskennt, wirken solche Argumente auf den ersten Blick logisch. Aber unser Schöpfer hat alles so geschaffen, dass überall auf der Erde am selben Tag Neumond ist. Ausnahmslos. Daher können wir selbst unsere Augen aufmachen und den von unserem Schöpfer gemachten Mond sehen und uns nach ihm richten.

Zum Abschluss noch der dritte Einwand:
“Der Beginn des neuen Monats muss mit der Gerste und seinem Reifegrad abgestimmt werden, da ja der Ertrag der Ernte zum Heiligtum gebracht werden muss!”

Auch dieser Einwand klingt – logischerweise – total logisch, denn das Gebot der Erstlingsgarbe muss ja auf jeden Fall erfüllt werden. 

Was ist aber, wenn die Logik dahinter nicht diejenige ist, dass der Reifegrad einer Pflanze die Zeiten bestimmt, sondern der Reifegrad der Pflanze wird immer richtig sein, sofern man die Zeiten richtig bestimmt hat, sprich den Kalender anhand von Sonne, Mond und Sternen richtig angewandt hat; denn dann wird die Jahreszeit (in dem Fall der Frühling) auch immer mit der biblischen Zeit des Jahres übereinstimmen.

In anderen Worten: Bestimme ich die Zeiten danach, wie Gott die Himmelskörper und ihre Laufbahnen erschaffen hat, dann wird zu jener Zeit die Gerste immer den richtigen Reifegrad haben, um sie als Erstlingsgarbe unserem Gott darzubringen. Denn nicht die Gerste ist von unserem Schöpfer zur Bestimmung der Zeiten gesetzt worden, sondern … 

1Mo 1,14 Gott sprach: Es sollen Lichter an der Himmelsausdehnung sein, zur Unterscheidung von Tag und Nacht, die sollen als Zeichen dienen und zur Bestimmung der Zeiten und der Tage und Jahre.

Daher kann und darf nicht der Reifegrad einer Pflanze, der dazu auch noch vom Menschen manipuliert werden kann, die Zeiten bestimmen, sondern eben die Himmelskörper, die niemand manipulieren kann, außer Gott selbst.

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