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3Mo 16,1-20,27 – Mini Vers, RIESEN Wirkung

Wie die Zehn Gebote

In den beiden letzten Kapiteln dieser Portion (also in Kapitel 19 und 20) lesen wir einige Gemeinsamkeiten zu den “Zehn Geboten”: Ein paar der “Zehn Gebote” werden mehr oder weniger wiederholt oder genauer beschrieben. Es kommen aber auch neue Gebote hinzu. Schwerpunkt bei all dem ist weiterhin das Thema: Heilig sein, denn Gott ist heilig. Siehe dazu:

3. Mose 19,1-2 Und der ALLMÄCHTIGE redete zu Mose und sprach: Rede mit der ganzen Gemeinde der Kinder Israels und sprich zu ihnen: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der ALLMÄCHTIGE, euer Gott!

Wie haben wir diesen Lehrblock für euch aufgebaut:
Ähnlich wie wir es bei den Zehn Geboten gemacht hatten, wollen wir es auch heute machen. Das heißt, wir werden euch nach und nach Gebote zitieren und euch dann dazu etwas sagen. Wie zu Beginn erwähnt, ist es wichtig, dass ihr mit euren Eltern gemeinsam durch alle Gebote geht und wenn ihr Fragen habt, darüber redet. Nun ab zur ersten Stelle:

3. Mose 19,3 Ihr sollt jeder Ehrfurcht vor seiner Mutter und seinem Vater haben und meine Sabbate halten, denn ich, der ALLMÄCHTIGE, bin euer Gott. Ihr sollt euch nicht an die Götzen wenden und sollt euch keine gegossenen Götter machen, denn ich, der ALLMÄCHTIGE, bin euer Gott.

Hier lesen wir die Kurzversion des zweiten, dritten, vierten und fünften Gebotes. Also in dem Sinne erst einmal zum Warmwerden nichts Neues. Wir machen mal direkt einen kleinen Sprung und gehen zu diesem Gebot hier, bei dem wir etwas ganz Wichtiges lernen können:

3. Mose 19,14 Sagt nichts Böses über einen Tauben, und legt einem Blinden kein Hindernis in den Weg, sondern fürchte dich vor deinem Gott. Ich bin der ALLMÄCHTIGE.

Wir hatten euch mal gaaaanz am Anfang – bei der Einleitung zur “Torah für Kids”-Serie – gesagt, dass eigentlich Gottes “Gesetz” am genauesten mit dem Wort “Weisung” übersetzt werden müsste. Das hebräische Wort “Torah” beschreibt nämlich weniger ein starres und lebloses Gesetz, sondern vielmehr eine lebendige Weisung (Wörter der Bibel-Karte).


“Was ist damit gemeint?”

Dazu hatten wir euch schon mal in der Folge mit den Zehn Geboten ein Beispiel gegeben. Dabei ging es um folgenden Vers:

2. Mose 23,4 Wenn du das Rind deines Feindes oder seinen Esel antriffst, der sich verlaufen hat, so sollst du ihm denselben auf jeden Fall wiederbringen.

Könnt ihr euch erinnern, wie wir euch dann dazu das Beispiel mit einem verlorenen Handy gebracht hatten?

© cunaplus. stock.adobe.com

So auf die Art: Wenn jemand ein gefundenes Handy behalten will, dann wird er oder sie sagen, dass in diesem Vers nur etwas von “einem Rind und einem Esel zurückbringen” steht, aber nichts von einem Handy, das man zurückbringen soll. Verstehen wir aber, dass seine Torah lebendig ist, dann weiß man:

“Gottes Gebote sind keine toten Buchstaben, sondern sie sind lebendig. Sie passen sich der Situation an. Soll heißen: Damals gab es noch keine Handys, aber heute schon. Dennoch können wir ein 3.500 Jahre altes Gebot auf uns heute anwenden und seine göttliche Gerechtigkeit auch heute noch befolgen.”

Wie? Indem wir die göttliche Weisung hinter jedem göttlichen Gebot verstehen.

Psalm 119,33-34 ALLMÄCHTIGER, zeige mir, was deine Ordnungen bedeuten! Ich will sie beachten, solange ich lebe. Gib mir genug Verstand für dein Gesetz; von ganzem Herzen will ich darauf hören.

Wir dürfen also unseren himmlischen Vater darum bitten, dass er uns seine Gebote immer besser verstehen lässt. Das ist wichtig, denn dann können wir immer heiliger und ihm wohlgefälliger leben. Das gilt auch für den Vers, den wir soeben hatten. Dieser noch einmal zur Erinnerung:

3. Mose 19,14 Sagt nichts Böses über einen Tauben, und legt einem Blinden kein Hindernis in den Weg, sondern fürchte dich vor deinem Gott. Ich bin der ALLMÄCHTIGE.

Was denkt ihr (Frage-/Rätsel-Karte): Was kann man aus diesem Gebot lernen, wenn man nicht nur beim Buchstaben allein bleibt, sondern die göttliche Weisung in diesem Gebot sucht? Wenn ihr möchtet, macht eine kleine Pause und redet mit euren Eltern darüber. Sucht dann auch nach verschiedenen Beispielen, wo im Alltag man dieses Gebot tun kann.

Eine kleine Hilfe möchten wir euch dazu mitgeben:
Im Prinzip geht es bei dieser Weisung darum, dass wir nicht die Schwäche unseres Nächsten verachten bzw. diese Schwäche absichtlich zum Bösen nutzen. Stellt euch dazu mal vor, dass ihr wisst, dass euer Kumpel von seinen Eltern Naschverbot bekommen hat, weil er eine große Schwäche für Süßes hat und zu viel davon isst.

© Kitty. stock.adobe.com

Leider ist es so, dass er davon auch noch Magenprobleme bekommt, aber er kann dennoch nicht die Finger davon lassen. Er kommt nun zu euch zu Besuch und setzt sich in die Küche.
Frage: Solltet ihr, nachdem ihr das jetzt alles wisst, dort Süßigkeiten herumliegen haben? Natürlich nicht! Denn das wäre eine Versuchung für ihn und ihr würdet ihn fast schon dazu “zwingen”.

Die Bibel redet in einem solchen Zusammenhang auch von: “Seinem Nächsten keinen Anstoß geben.”

Ihr könnt an diesem kleinen Beispiel erkennen: Obwohl es euch nicht in den Sinn kommen würde, einem Blinden ein Hindernis in den Weg zu legen, ist das Gebot dennoch nicht unwichtig für euch. Im Gegenteil, denn durch die Weisung dahinter sehen wir, wie vielfältig es eingesetzt werden kann. Dadurch wird das Gebot auf einmal doch wieder wichtig und praktisch für uns.

Wenn ihr möchtet redet nun noch weiter mit euren Eltern über dieses wichtige Thema und macht dann mit dem nächsten Gebot hier weiter:

3. Mose 19,32 Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Person eines Alten ehren; und du sollst dich fürchten vor deinem Gott! Ich bin der ALLMÄCHTIGE.

Euch ist vielleicht aufgefallen, dass sowohl bei der Stelle zuvor mit den Tauben und Blinden als auch hier bei dieser Stelle der Zusatz geschrieben steht: “du sollst dich fürchten vor deinem Gott! Ich bin der ALLMÄCHTIGE.

Könnt ihr euch vorstellen, warum das da steht?

Unser himmlischer Vater möchte uns damit klar machen, dass es Menschen gibt, die Schwächen haben, wie zum Beispiel, dass sie blind oder taub sind oder eben sehr alt geworden sind.

© Africa Studio. stock.adobe.com

Davor sollen wir Respekt haben und diese Menschen nicht irgendwie anders behandeln. Tun wir das dennoch, dann sollten wir nicht vergessen, dass unser Gott das alles sieht. Und davor sollen wir uns fürchten!

Der Respekt vor älteren Menschen geht vor allem in der heutigen Zeit leider mehr und mehr verloren. Ihr aber – als Kinder des allmächtigen Gottes – sollt da ein Vorbild für andere Kinder und Jugendliche sein!

Sollte es zum Beispiel mal vorkommen, dass deine Freunde sich mit einem älteren Menschen streiten, dann schlichte diesen Streit. Oder sitzt ihr mal zusammen in der Bahn oder im Bus, dann stehe für ältere Menschen auf. Sei einfach ein Zeugnis für unseren Gott, indem du anderen Menschen gegenüber Liebe und Respekt zeigst. Egal ob sie blind, taub, alt oder was auch immer sind. Was du auf keinen Fall tun solltest, ist (Warnkarte):

Wage es nicht, dich über solche Menschen lustig zu machen oder sie auszunutzen.

© pololia. stock.adobe.com

Klar soweit? Gut, dann lasst uns mal mit der nächsten Stelle weitermachen (wie gesagt es gäbe sehr viel zu dieser Portion zu sagen, aber wir machen nur eine kleine Auswahl für euch. Rest wisst ihr ja: mit Eltern besprechen):

3. Mose 20,9 Wenn jemand seinen Vater oder seine Mutter verflucht, soll er mit dem Tod bestraft werden. Er hat schwere Schuld auf sich geladen, denn er hat seinen Vater oder seine Mutter verflucht.

Dieses Gebot ist quasi das Gegenteil des fünften Gebots: Ehre Vater und Mutter. Flucht man also über seine Eltern, anstatt sie zu ehren, dann gibt es Gottes Höchststrafe. Vielleicht hört sich das irgendwie “unangenehm” an, aber unser himmlischer Vater kennt da keinen Spaß!

Auch beim nächsten Thema, das sich vielleicht ebenfalls “unangenehm” anhört, kennt Gott keinen Spaß:

3. Mose 20,13 Wenn ein Mann Geschlechtsverkehr mit einem Mann hat, müssen beide mit dem Tod bestraft werden. Sie haben etwas Verabscheuungswürdiges getan und schwere Schuld auf sich geladen.

Wir leben in einer Welt, in der immer mehr schlimme Sünden verharmlost werden. Zum Beispiel in Hollywood-Filmen, in denen es OK ist, wenn man Ehebruch begeht, Musik, die Gewalt und Unzucht verherrlicht oder eben eine Gesellschaft, die Homosexualität gutheißt.

© Radarani. stock.adobe.com
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Keines von diesen Dingen heißt unser himmlischer Vater gut. Es sind gottlose Handlungen.

Wichtig bei all dem ist aber, dass wir uns nicht über die Menschen erheben, die so etwas tun. Das Gebot der Nächstenliebe (zu dem wir zum Abschluss noch näher eingehen werden) gilt natürlich auch für sie. Solltet ihr also zum Beispiel einen Kumpel haben, der homosexuell ist, dann behandelt ihn nicht wie einen Feind oder so, sondern als einen Menschen, den Gott geschaffen hat. Auch ihn will Gott für sich haben, denn …

1. Timotheus 2,4 Denn er will, dass alle Menschen gerettet werden und seine Wahrheit erkennen.

Vergesst das nie! Euer ganzes Leben lang!

Denn für uns alle gilt:

3. Mose 19,17-18 Hege in deinem Herzen keinen Hass gegen irgendeinen anderen Menschen, sondern weise ihn zurecht, damit du nicht seinetwegen Schuld auf dich lädst. Räche dich nicht und sei nicht nachtragend! Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst! Ich bin der ALLMÄCHTIGE.

Durch unseren Messias Jeschua wissen wir, dass dieses Gebot hier das zweitwichtigste Gebot neben der Liebe zu Gott ist. Aber seid mal ehrlich: Wärt ihr darauf gekommen, wenn ihr noch nie etwas davon gehört hättet? Wir meinen damit: Ihr habt ja bisher fleißig Woche für Woche die Torah gelesen. Wenn ihr das Gebot der Nächstenliebe und dessen Wichtigkeit nicht kennen würdet, würdet ihr bei all den Geboten in dieser Portion darauf kommen, dass dieser kleine Zusatz in dem Vers das zweitgrößte Gebot aller Gebote Gottes ist?

Also wir finden diese Frage total spannend. Denn unser himmlischer Vater baut dieses Gebot “einfach so” in eine Stelle ein, die man total leicht überlesen kann. Er sagt also nicht so etwas wie: Jetzt kommt mein zweitwichtigstes Gebot für euch. Also passt gut auf. Nein, sondern es ist in eine kaum auffällige Stelle eingebettet, wo ein Gebot nach dem anderen zu lesen ist.


“Aber warum findet ihr das so besonders?”

Na ja, weil es zeigt, dass jedes noch so kleine Detail in seiner Torah unfassbar wichtig sein kann. Alles darin ist Gold wert, man muss nur danach suchen, um es zu entdecken:

Psalm 119,162 Ich freue mich über dein Wort wie jemand, der einen wertvollen Schatz findet. … 97 Wie sehr liebe ich dein Gesetz! Den ganzen Tag denke ich darüber nach.

Nach dieser Liebeserklärung zu seiner Torah möchten wir euch eine Gemeinschafts-Karte geben. Bei ihr geht es darum, dass auch die kleinen Aussagen in der Heiligen Schrift eine extrem große Wirkung haben können. Bittet daher mal eure Eltern, dass sie euch Zeugnis darüber geben, wie ein kleiner Vers total viel für sie bewirkt hat. Gebt ihnen Zeit, wenn ihnen nicht gleich etwas dazu einfällt und macht dann weiter.

Um den nächsten Punkt zum Thema “Nächstenliebe” klarzumachen, lesen wir uns erneut das Gebot in seinem Zusammenhang durch:

3. Mose 19,17-18 Hege in deinem Herzen keinen Hass gegen irgendeinen anderen Menschen, sondern weise ihn zurecht, damit du nicht seinetwegen Schuld auf dich lädst. Räche dich nicht und sei nicht nachtragend! Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst! Ich bin der ALLMÄCHTIGE.

Das Gebot der Nächstenliebe ist also in einen Zusammenhang eingebettet, bei dem es um “Zurechtweisung und Ermahnung” geht. In den Sprüchen steht zu diesem Zusammenhang aus Liebe und Zurechtweisung Folgendes geschrieben:

Sprüche 27,5 Liebe, die offen zurechtweist, ist besser als Liebe, die sich ängstlich zurückhält.

Was dieser Vers beschreibt, ist Folgendes: Oft ist es so, dass wir Menschen Angst davor haben, andere offen und ehrlich zu ermahnen und zurechtzuweisen.

© fizkes. stock.adobe.com

Nun ist es so, dass ihr eigentlich noch zu jung seid, um andere zu ermahnen. Dennoch kann es hier und da Situationen geben, bei denen ihr das tun könnt und auch solltet. Aber dann ist es wichtig, dass ihr das mit Liebe und im Frieden tut. Schaut mal, was dazu geschrieben steht:

2. Korinther 13,11 Im Übrigen, ihr Brüder, freut euch, lasst euch zurechtbringen, lasst euch ermahnen, seid eines Sinnes, haltet Frieden; so wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein!

Wir sollen also ermahnen und uns ermahnen lassen. All das soll bei uns in Liebe und im Frieden geschehen. Obwohl sich diese Stelle auf Glaubensgeschwister bezieht, kann es hier und da auch Sinn machen, andere auf etwas anzusprechen. Auch hier ist es dann natürlich wichtig, dass wir das in Liebe und im Frieden tun. Auf keinen Fall darf unsere Herzenshaltung dabei schlecht oder genervt sein. Vielmehr sollten wir uns immer an das Gebot der Nächstenliebe und auch an diesen Vers erinnern, den wir zuvor gelesen hatten:

1. Timotheus 2,4 Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und seine Wahrheit erkennen.

Noch einmal in anderen Worten, weil es so wichtig ist: Wir dürfen unsere Mitmenschen nicht irgendwie hassen oder abschieben, weil sie gottlos leben. Wir sollen sie lieben. Und wenn wir sie lieben, dann haben wir keine schlechten Gefühle in unseren Herzen, sondern viel eher das hier:

Psalm 119,136 Von Tränen überströmt ist mein Gesicht, weil man dein Gesetz missachtet.

Unser Herz sollte sich also mit Trauer und nicht mit Missachtung füllen (Lehre für’s Herz-Karte). Auf diese Weise werden wir dann viel eher in der Nächstenliebe leben können!

Und leben wir in dieser göttlichen Nächstenliebe, dann sind wir auch auf dem besten Weg, den vorletzten Vers dieser Portion zu erfüllen:

3. Mose 20,26 Ihr sollt für mich heilig sein, weil ich, der ALLMÄCHTIGE, heilig bin. Ich habe euch aus allen anderen Völkern ausgesondert, damit ihr mir gehört.

Mit diesem wunderschönen Vers möchten wir die heutige Folge beenden und freuen uns auf das nächste Mal.

Gottes Frieden, Wahrheit und Liebe sei mit euch allen!

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