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Mt 5,19-Serie (3Mo 9,1-11,47) – Heilig sein, denn Gott ist heilig

Die Einweihung der Priester

Wir hatten kurz zuvor folgenden zentralen Vers:

3Mo 10,3 Und Mose sprach zu Aaron: Das ist es, was der HERR gemeint hat, als er sprach: An denen, die mir nahe sind, erweise ich mich heilig, und vor dem ganzen Volk zeige ich meine Herrlichkeit. Und Aaron schwieg. [ZB]

Ein weiterer, dazu passender, zentraler Vers in dieser Portion ist folgender:

3Mo 11,44 Denn ich bin der HERR, euer Gott; so heiligt euch und seid heilig, denn ich bin heilig; … [CSV]

Unser himmlischer Vater fordert uns also auf, dass wir uns ihm nahen, uns heiligen und heilig sein sollen, denn er ist heilig. Wie geht das? Wie können wir heilig sein?
Unter anderem erst einmal dadurch, dass man überhaupt heilig von unheilig zu unterscheiden vermag. Logisch. Daher steht ja auch geschrieben:

3Mo 10,9-10 Wein und starkes Getränk sollst du nicht trinken, du und deine Söhne mit dir, wenn ihr in das Zelt der Zusammenkunft hineingeht, damit ihr nicht sterbt – eine ewige Satzung bei euren Geschlechtern – und damit ihr unterscheidet zwischen dem Heiligen und dem Unheiligen und zwischen dem Unreinen und dem Reinen; [CSV]

Wo findet man die Definitionen nach Gottes, und nicht nach unseren Maßstäben, was heilig und was unheilig ist? Natürlich, in seinem Wort – und zwar in der Gesamtheit seines Wortes; d.h. sowohl am Ende, aber v.a. auch am Anfang. Denn was für Gott unheilig ist, bleibt unheilig. Auch das müsste mehr als logisch sein.

Damit wir die Frage nach unserer Heiligung schnell und klar erfassen können, hilft uns unser himmlischer Vater, indem er mit etwas sehr Anschaulichem anfängt: mit seinen Speisegeboten. Anhand dieser leicht erkennbaren physischen Unterscheidungsmerkmale der Tiere, erhalten wir einen ganz einfachen, praktischen und kinderleicht zu verstehenden Einstieg in das Thema. Man könnte sagen: Er führt uns – seine teilweise schwer von Begriff seienden Kinder – ganz langsam, aber dafür sehr anschaulich und praktisch in das Thema der Heiligung ein.

Jeder, der denkt, dass die Einführung irgendwie nicht mehr wichtig sei, sollte diesen Punkt noch einmal für sich selbst prüfen. Ebenso sollte auch jeder, der denkt, weil er jetzt keine unreinen Tiere mehr isst, dass er besonders heilig sei, sich selbst prüfen. Denn wie gesagt: Das ist nur ein Einstieg in das Thema der Heiligung. Schließlich sollen wir am Ende so heilig sein, wie er heilig ist. Und das geht sicherlich nicht durch unseren Speiseplan.

Aber wie dann?

Das ist eine Frage, die so umfangreich ist, dass man für ihre Antwort die Fülle der Heiligen Schrift benötigt. Und gleichzeitig wiederum auch nicht. Was meinen wir damit?

Ehe wir darauf eingehen, möchten wir noch mehr Fragen stellen, um dadurch den Punkt zu veranschaulichen, wie sehr alles in der Schrift miteinander zusammenhängt, ineinander greift und in sich geschlossen auf eines hindeutet. Zuerst die Fragen, die vielleicht mit die am häufigsten gestellten Fragen im Leben vieler Gläubigen sind:

  • Wie kann ich Gott wohlgefällig leben?
  • Wie kann ich zuerst nach dem Königreich Gottes trachten?
  • Wie kann ich richtig und nach den Maßstäben Gottes glauben?
  • Wie kann ich Gott und meine Nächsten lieben?
  • Wie kann ich ein Priester für Gott sein?
  • Wie kann ich das Gesetz Gottes erfüllen?
  • Wie kann ich das Wort Gottes in mir lebendig werden lassen?
  • Wie kann ich den Geist Gottes in mir zur Fülle bringen?
  • Wie kann ich vollkommen sein, wie der Vater im Himmel vollkommen ist?

Mt 5,48 Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist! [SLT]

Diese und ähnliche Fragen kann man jeweils getrennt voneinander durchgehen; d.h. man kann sie dem Buchstaben nach biblisch korrekt nach und nach beantworten. Das kann Tage, Monate, Jahre, ja vielleicht auch ein Leben lang dauern. Und so vielleicht unnötig verkomplizieren. Denn im Prinzip geht es einfacher und damit auch klarer und entwirrender, denn sie alle haben ein- und denselben einfachen und offensichtlichen Nenner: Christus – und unser ihm Gleichwerden!

Dieser gemeinsame Nenner ist zwar einfach zu formulieren, aber keineswegs einfach umzusetzen. Das wissen wir alle. Dennoch ist sie die Antwort auf alle zuvor gestellten Fragen (man muss sich hierzu nur die Fragen erneut stellen und sie mit Christus beantworten).

Daher ist der Sohn Gottes auch die Antwort auf unsere Einstiegsfrage: Wie kann ich heilig werden und heilig sein? Wieder die ganz einfache, aber schwer umsetzbare Antwort: Indem ich so wandle, wie jener gewandelt ist. Und wie wandelte er?

 
Er wandelte in Liebe, im Gehorsam, in der Selbstaufopferung und im Dienst für Gott – bis in den Tod.

 
Und genau diese Opferbereitschaft sollen wir ihm nachmachen – wir sind dazu verpflichtet. Alles andere ist eine Lüge.

1Joh 2,6 Wer sagt, dass er in ihm bleibt, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist. [SLT]

Das ist eine sehr hohe Anforderung und unser himmlischer Vater weiß das. Er weiß, dass es schwer für uns ist, unser Fleisch zu bezwingen und zu kreuzigen und täglich im Gehorsam und in der Selbstaufopferung für Gott und unseren Nächsten zu leben und zu dienen. Er weiß das, aber es ändert dennoch nichts daran, dass das der Maßstab und die Antwort auf alle Fragen zuvor ist (du kannst gerne hierfür dir noch einmal die Fragen ansehen und sie dir aus diesem Blickwinkel noch einmal beantworten).

Wie können wir diesen hohen Maßstab denn überhaupt erreichen? Wie können wir unsere Einstiegsaufforderung: “So heiligt euch und seid heilig, denn ich bin heilig.” erfüllen? Indem wir wollen!

  • Wir müssen unser Kreuz aufnehmen wollen – täglich.
  • Wir müssen gehorsam sein wollen – in allem.
  • Wir müssen dem Herrn zur Ehre Gottes dienen wollen – mit allem.
  • Wir müssen ihm nachfolgen wollen – bis ans Ende.

… “sonst können wir nicht seine Jünger sein“, wie der Herr selbst es mehr als einmal betont:

Lk 9,23; 14,27.33 Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. … Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, der kann nicht mein Jünger sein. … So kann auch keiner von euch mein Jünger sein, der nicht allem entsagt, was er hat. [SLT]

Wir wiederholen diese Verse sowohl für dich als auch für uns selbst immer und immer wieder. Warum? Weil wir a) wahrscheinlich noch alle weit davon entfernt sind und b) weil sie sehr wichtig und eine Art Grundvoraussetzung für unser Glaubensleben sind. Diese Bedingung wird – wenn man die Augen offen hält – für uns in der Heiligen Schrift immer und immer und immer wieder wiederholt: In Erzählungen, in Prophetien, in Lehren, in “versteckten” Bildern und natürlich auch in klaren Worten. Gott sei Dank.

5Mo 6,4-6 Höre Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR allein! Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du auf dem Herzen tragen. [SLT]

Auch hier hat uns der Sohn Gottes das “Wie?” vorgelebt; d.h. er hat uns gezeigt, wie auch wir dieses höchste Gebot Gottes erfüllen. Denn alles in der Heiligen Schrift deutet immer auf das eine hin:

Gehorsam und Selbstaufopferung im Dienst
als ein Ausdruck unserer
Liebe zu Gott und unserem Nächsten.
Ganz so, wie es der Sohn Gottes für uns vorgelebt hat.

Tun wir das, machen wir das ihm nach und folgen ihm auf diesem Weg, dann erfüllen auch wir, wie Christus, das Gesetz und bringen das Wort in uns zur Fülle.
All das geht uns leider nicht so einfach von der Hand, sondern ist mit einem stetigen Prozess der Selbstaufgabe verbunden. So wie es uns unser Herr und Meister lehrte: Wir sollen unser Kreuz aufnehmen – täglich!

All diese Dinge werden also nicht durch einen Schalter in uns auf einmal umgelegt, sondern sie sind fließende Übergange und Entwicklungen, die in uns und an uns stattfinden; d.h. wir sterben nicht zu einem einzelnen Zeitpunkt, sondern wir sterben nach und nach und mehr und mehr ab – sofern wir wollen. Und sterben wir mehr und mehr ab, nehmen all die heiligen Dinge, die Gott von uns fordert, durch seine Hilfe in uns und in unserem ganzen Wandel zu.

Anders ausgedrückt: Je mehr wir diesem hohen und heiligen Ziel in unserem Alltag folgen, desto mehr werden wir die zuvor gestellten Fragen in und durch unser Leben beantworten können; d.h. wir werden mehr und mehr Gott wohlgefällig leben, mehr und mehr nach dem Königreich trachten, mehr und mehr ein Priester werden, mehr und mehr das Gesetz erfüllen, mehr und mehr Gottes Geist in uns zur Fülle bringen und natürlich auch: mehr und mehr heilig werden.

3Mo 10,3 Und Mose sprach zu Aaron: Das hat der HERR gemeint, als er sprach: »Ich will geheiligt werden durch die, welche zu mir nahen, und geehrt werden vor dem ganzen Volk!« … [SLT]

V1.1

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