Fürsorge und Schutz Gottes
Ps 91,10-12 Kein Unglück wird dir zustoßen und keine Plage zu deinem Zelt sich nahen. Denn er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Auf den Händen werden sie dich tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.
Diese Stelle eignet sich besonders gut, wenn es um die Vorsicht geht, dass wir nicht isoliert Verse als eine Art “Universalzusage” für alles Mögliche in unserem Leben anwenden können. Das heißt, selbst wenn es keine andere Stelle mit einer “Wenn-Dann-Bedingung” zu dem entsprechenden Thema gibt, gilt es dennoch immer, den vollständigen Kontext der ganzen Heiligen Schrift zu berücksichtigen und zu verstehen.
Auch hier gibt uns unser Meister ein anschauliches Beispiel dazu, wie man mit dem heiligen Text umgehen sollte:
Mt 4,5-7 Darauf nimmt ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellt ihn auf die Zinne des Tempels und spricht zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürze dich hinab; denn es steht geschrieben: »Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben, und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht etwa an einen Stein stößt«. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht geschrieben: »Du sollst den HERRN, deinen Gott, nicht versuchen!«
Das heißt, wenn wir leichtfertig, unbedacht, unachtsam sind oder vielleicht sogar etwas tun, was in den Augen unseres Gottes nicht unbedingt gut ist, dann dürfen wir ihm keinen Vorwurf machen, wenn wir uns im übertragenen Sinne doch den Fuß an einem Stein stoßen.
Im Grunde ist das ganze Thema Schutz und Fürsorge eigentlich mit einer einzigen Stelle abgedeckt (auch hier lesen wir aber wieder von einer “Wenn-Dann-Bedingung”):
Mt 6,33 Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden!
Der Zusammenhang der Aussage bzw. genauer: Zusage unseres Herrn ist unsere Sorge um Essen, Trinken und Kleidung, also die Sorge um die Grundbedürfnisse des Menschen. Obwohl er weiß, dass wir das alles natürlich zwingend brauchen, sagt er, dass wir vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes trachten sollen. Denn:
Wenn wir das tun,
dann wird uns alles,
was wir wirklich zum Leben brauchen,
gegeben werden.
Diese Zusage ist nicht neu. Das heißt, das Versprechen, dass unser Gott sich um uns kümmert, finden wir auch schon in der Torah:
5Mo 28,2-5 Alle diese Segnungen werden über dich kommen und dich erreichen, wenn du der Stimme des HERRN, deines Gottes, gehorchst. Gesegnet wirst du sein in der Stadt und gesegnet auf dem Feld. Gesegnet wird sein die Frucht deines Leibes und die Frucht deines Landes, die Frucht deines Viehs, der Wurf deiner Rinder und die Zucht deiner Schafe. Gesegnet wird sein dein Korb und dein Backtrog.
Auch hier sehen wir im Grunde dieselbe “Wenn-Dann-Bedingung”: Wenn wir auf seine Stimme hören, dann werden alle diese Segnungen über uns kommen.
Was bedeutet es, seiner Stimme zu gehorchen? Geht es dabei nur darum, Gebote zu halten? Ja und nein. “Nein”, wenn man dabei nur an die Zehn Gebote, Feste, Speisegebote und dergleichen denkt, “ja”, wenn man dabei vor allem an das hier denkt:
5Mo 6,5 Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft.
Das ist, wie wir alle wissen, das höchste aller Gebote. Gleichzeitig ist es auch das, was wir zuvor in den Worten unseres Herrn sehen konnten. Denn liebt man Gott mit seinem ganzen Herzen und mit ganzer Kraft, dann lebt man eben nicht mehr für sich selbst, sondern für ihn und für seinen Sohn.
Damit wären wir dann erneut (wie bei der Zusage der Gabe des Heiligen Geistes und bei der Zusage des ewigen Lebens auch) bei der allumfassenden “Wenn-Dann-Bedingung”:
Lk 9,24 Wer irgend sein Leben erretten will, wird es verlieren; wer aber irgend sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es erretten.

Wenn wir gemäß dieser Lebensgrundlage leben, dann können wir uns auch der göttlichen Zusage sicher sein, dass er uns schützt und für uns sorgt!

