Glauben wie ein Kind – Unser Herz/Liebe – Teil 1: Selbstaufgabe

Hebr 4,12 Das Wort Gottes ist lebendig und wirksam. Es ist schärfer als das schärfste Schwert und durchdringt unsere innersten Gedanken und Wünsche. Es deckt auf, wer wir wirklich sind, und macht unser Herz offenbar. [NLB]

  • “Du kennst dein Herz. Höre drauf.”
  • “Du bist’n cleverer Typ. Hör’ auf deinen Verstand.”
  • “Lass’ dich von deinen Gefühlen leiten. Verlass’ dich einfach darauf.”
  • “Du bist von Natur aus gut. Höre auf deine innere Stimme, dann wird das schon.”

… und ähnliche Aussagen hört man zur Genüge. “In der Welt” sind solche Formulierungen populär und sind schon fast zu Parolen der Neuzeit geworden. Man hört sie immer und immer wieder und dadurch lenken und beeinflussen sie unsere Gedanken. Aber als Kinder Gottes sollte uns das, was man so hört, nicht so sehr interessieren, als das, was dazu geschrieben steht.

Daher ganz kurz die Antworten Gottes zu den vier einleitenden Aussagen:

1. Was sagt die Heilige Schrift zu der Formulierung: “Du kennst dein Herz. Höre drauf.”?
Jer 17,9-10 Überaus trügerisch ist das Herz und bösartig; wer kann es ergründen? [Anm.: anscheinend können wir es nicht]
Ich, der HERR, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, um jedem Einzelnen zu vergelten entsprechend seinen Wegen, entsprechend der Frucht seiner Taten. [SLT]

2. Was sollten wir als Gläubige auf die Aussage “Du bist clever. Hör’ auf deinen Verstand.” erwidern?
Spr 3,5 Vertraue auf den HERRN mit deinem ganzen Herzen, und stütze dich nicht auf deinen Verstand. [CSV]

3. Was sollten wir als Kinder Gottes antworten, wenn uns jemand sagt: “Lass’ dich von deinen Gefühlen leiten. Verlass’ dich einfach darauf“?
Spr 28,26 Wer sich auf sein eigenes Herz verlässt, ist ein Narr; wer aber in der Weisheit wandelt, der wird entkommen. [SLT]

4. “Deine menschliche Natur ist gut. Höre auf deine innere Stimme, dann wird das schon.”; was sagt die Heilige Schrift dazu?
Gal 5,17 Denn die menschliche Natur richtet sich mit ihrem Begehren gegen den Geist Gottes[NGÜ]

Oder:
1Mo 8,21 Und der HERR roch den lieblichen Geruch, und der HERR sprach in seinem Herzen: Ich will künftig den Erdboden nicht mehr verfluchen um des Menschen willen, obwohl das Trachten des menschlichen Herzens böse ist von seiner Jugend an;… [SLT]

Ein abschließendes Beispiel: Was würde Jesus, unser Erretter sagen, wenn er sehen würde, dass seine Nachfolger auf ihr Herz hören?
Mk 7,21 Denn von innen aus dem Herzen der Menschen gehen hervor die schlechten Gedanken: … [CSV]

Man kann anhand dieser wenigen Verse schnell erkennen: Aus biblischer Sicht haben wir ein Problem und das Problem hat einen Namen: Es ist unser Herz!

Beim Allmächtigen ist also nichts mit “Hör’ auf dein Herz!” – so ungern man das heutzutage auch hören mag – sondern:

Wir brauchen Veränderung für unsere Herzen. Wir alle.

5Mo 30,6 Der HERR, euer Gott, wird euch und eure Kinder im Herzen verändern. Er wird euch fähig machen, ihn aufrichtig und mit ganzer Hingabe zu lieben. Dann bleibt ihr am Leben. [HFA]

Dieses “aufrichtig und mit ganzer Hingabe zu lieben” hat der Sohn Gottes in Vollkommenheit vorgelebt – und wir sollen es ihm nachahmen (Lk 9,23). Da dies für unser selbstzentriertes Herz aber nahezu unmöglich ist, hilft er uns dabei und “macht uns dazu fähig“, indem er seinen Geist in uns sendet. Dieser Geist Gottes hilft uns wiederum dabei, sein Wort in uns lebendig und wirksam werden zu lassen (Joh 16,13), damit wir verstehen können, wer wir wirklich sind:

Hebr 4,12 Das Wort Gottes ist lebendig und wirksam. Es ist schärfer als das schärfste Schwert und durchdringt unsere innersten Gedanken und Wünsche. Es deckt auf, wer wir wirklich sind, und macht unser Herz offenbar. [NLB]

Das Wort Gottes bewirkt also, wenn wir es lesen (und in unser Gebet aufnehmen), dass

  • unsere innersten Gedanken und Wünsche aufgedeckt werden
  • wir entlarvt werden, wer wir wirklich sind
  • und so unser Herz offenbart wird.

Man könnte an dieser Stelle einwenden: “Aber warum benötigen wir überhaupt die Offenbarwerdung unserer Herzen? Wir kennen doch unser Herz.”

Laut Jer 17,9 betrügt uns unser Herz. Wir meinen also nur, dass wir unser Herz kennen, tun es aber nicht – zumindest nicht wenn man dem Allmächtigen glaubt, der die Herzen erforscht und uns wirklich kennt (Jer 17,10).

Ein paar greifbare Beispiele dazu, wie wir uns selbst betrügen können und dabei das Wort Gottes unsere innersten Gedanken und Wünsche durchdringt und unser Herz offenbar macht:

Joh 5,24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen. [SLT]

oder:

Jak 1,22 Es genügt aber nicht, das Wort nur zu hören; ihr müsst auch danach handeln. Alles andere ist Selbstbetrug! [HFA]

Bei dem einen Vers müssen wir nur das Wort hören und glauben, bei dem anderen steht wiederum geschrieben, dass das aber nicht genügt. Und wenn wir meinen, dass das dennoch reicht, würden wir uns selbst betrügen.

Noch ein Beispiel:

Röm 10,9 Denn wenn du mit deinem Mund  Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. [SLT]

oder:

Apg 14,22 Sie stärkten die Jünger und ermutigten sie, dem Glauben treu zu bleiben, mit den Worten: Nur durch viel Bedrängnis können wir in das Reich Gottes eingehen. [ZB]

Bei dem einen Vers muss man im Herzen glauben und mit dem Mund bekennen, bei dem anderen steht wiederum geschrieben, dass man nur durch viel Bedrängnis ins Reich Gottes eingehen kann.

Wir brauchen kein Blatt vor den Mund zu nehmen: Die einen Verse hören sich natürlich attraktiver an als die anderen. Wer möchte schon – um errettet zu werden – Bedrängnis erdulden müssen, wenn man “einfach nur” glauben und mit dem Mund bekennen kann?

Dies sind nur zwei kleine Beispiele wie unterschiedlich man die Bibel lesen kann. Das ist auch der Hauptgrund, warum es so viele verschiedene christliche Glaubensrichtungen gibt: Nicht wegen individuellen Auffassungsgaben, sondern wegen unterschiedlicher Herzen, die das Wort lesen und auslegen.

Daher bitten wir auch immer wieder darum: Prüfe auch unsere Auslegung, denn auch wir haben – wie alle anderen auch – das gleiche Problem mit unseren Herzen. Auch unsere, wie eure Herzen, betonen das eine aus der Schrift mehr als das andere, jedoch steht der Wille Gottes in der Ganzheit seiner Heiligen Schrift.

Und diesen “Willen Gottes” hat der Sohn in seiner Ganzheit und auf vollkommene Weise vorgelebt – v.a. denen vorgelebt, die sich dafür entscheiden, ihm nachzufolgen. Diese Nachfolge hat aber einen Preis, wie der Herr selbst es betont – und somit kommen wir auch zum Kernproblem unseres Herzens:

Lk 14,33 Überlegt auch ihr vorher, ob ihr wirklich bereit seid, alles für mich aufzugeben und mir nachzufolgen. Sonst könnt ihr nicht meine Jünger sein. [HFA]

Es wäre wohl von uns allen gelogen und wir würden uns selbst betrügen, wenn wir behaupten würden, dass es ein Leichtes für uns ist, wirklich alles aufzugeben. Aber, wenn wir nicht alles für ihn aufgeben, sind seine Worte an uns sehr klar:

“Sonst könnt ihr nicht meine Jünger sein.”

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