Impulse aus Glauben – Unser Austausch untereinander

Mt 5,44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen. [SLT]

Was hat dieser Vers mit der Überschrift zu tun?

Die Antwort ist einfach, aber traurig zugleich. Denn heutzutage herrscht teilweise ein Umgang unter uns, der dem in der Welt nicht nur das Wasser reicht, sondern bei Weitem übertrifft; man kann ohne Wenn und Aber sagen: Nichts liegt teilweise unserem Verhalten ferner, als der Aufruf unseres Herrn: “Liebt eure Feinde!“.

Soll heißen: Ehe wir überhaupt erst an den hohen Maßstab der Feindesliebe denken, sollten wir es erst einmal schaffen, dass wir uns gegenseitig lieben und achten. Denn, wenn wir das schon nicht schaffen, wie dann das andere?

Paradoxerweise fällt genau das einigen leichter; d.h. sie schaffen es draußen in der Welt Schwerverbrecher, Gewalttätige, Diebe und dergleichen mit den Worten: “Jesus liebt dich.” zu begegnen, aber gegenüber seinem ebenfalls an Christus glaubenden Nächsten, wird nichts dergleichen gesagt – im Gegenteil.
Wenn das kein besorgniserregender Zustand ist, welcher dann?

Sehr wahrscheinlich schießen dem einen oder anderen bei dieser Frage “Erklärungen” durch den Kopf, warum man so reagiert, wie man reagiert. Sollte dies der Fall sein, bedenke man dabei bitte eine Sache:
Selbst wenn ein Bruder oder eine Schwester völlig im Dunkeln tappt, sich von Menschen beeinflussen lässt, das Wort Gottes völlig falsch versteht usw., ändert das alles erst einmal nichts an der Tatsache, dass diejenige Person das Blut Christi angenommen hat. Genauso wie du auch.

Gilt es trotzdem, wichtige Punkte göttlicher Wahrheit zu klären? Aber natürlich! Die Frage ist nur: Wie?
Wie klären wir diese Punkte? In Liebe? Gegenseitigem Verständnis und Annahme? In Aufgeschlossenheit, dass man selbst falsch liegen könnte? In Demut? In Geduld? In aufrichtiger Hilfe, dem anderen die Liebe Gottes näherbringen zu wollen?
Oder mit Anfeindungen, Beleidigungen, Drohungen und Schlimmerem?

Jeder von uns, der Letzteres tut, sollte einmal kurz innehalten, durchatmen und sich einfach nüchtern fragen: Welche der beiden Varianten ist die bessere? Welche Gott wohlgefälliger? Und die ganz, ganz wichtige dritte Frage:
Welche von den beiden Herangehensweisen wird eher etwas bei meinem Nächsten bewirken: Wenn ich meine Argumente mit Anfeindungen unterstreiche oder wenn wir uns friedlich und geduldig miteinander austauschen? Wie wichtig ist es mir wirklich, dass mein Nächster aus der, nach meiner Sicht betrachteten Verwirrung herauskommt?

Anders gefragt: Was sind meine wahren Beweggründe und Motive für mein Handeln? Ist mein Bestreben wirklich, dass mein Gegenüber Gottes Wahrheit und Liebe erfährt und aus der Verwirrung herauskommt? Oder bin ich einfach nur genervt und wütend über die Person? Spricht Gottes Liebe und Gerechtigkeit aus mir oder eher mein Genervt-Sein, mein Ego, meine Wut, die sich über die Jahre aufgestaut hat? Denn wir wissen ja alle, …

Jak 1,20 Denn eines Mannes Zorn wirkt nicht Gottes Gerechtigkeit. [CSV]

Sicher, man kann mal über den Strang schlagen. Auch wir haben das zur Genüge getan und werden es wohl leider – wenn wir uns nicht selbst beherrschen können und im Frieden Gottes ruhen – auch wieder tun. Daher kann es passieren (auch wenn es das nicht sollte), dass man aus einem Impuls heraus Dinge sagt und tut, die andere verletzen; aber in dieser, sagen wir mal, Gemütsverfassung stetig zu bleiben und zu verharren, hat nichts mit der Liebe Gottes zu tun. Da kann jeder von uns sagen was er will: Jemand, der in diesem Zustand verharrt, wird Gottes Liebe nicht in diese Welt tragen – denn: Bei aller Liebe, das ist keine Liebe.

Was das traurige und regelrecht niederschmetternde ist, dass selbst Menschen, die völlig ohne Gott leben, das hinbekommen, was wir nicht hinbekommen. Sie schaffen es, ohne gläubig zu sein, sich in aufrichtiger Annahme, geduldigem Zuhören, gesundem Respekt und vielem mehr zu begegnen. Wir aber, die wir vermeintlich die Wahrheit und die Liebe Gottes gepachtet haben, gehen so miteinander um. Einfach nur krank, und “krank” trifft es auf den Punkt.
Denn offensichtlich haben wir ein Problem, sonst würden wir ja anders miteinander umgehen. Und dieses Problem, das wir haben, liegt nicht in unseren unterschiedlichen biblischen Auffassungen (d.h. das Problem ist nicht unser Verstand), sondern unser Problem verbirgt sich in unseren Herzen.

In dieser lieblosen Welt haben sehr wahrscheinlich nur die allerwenigsten von uns aufrichtige Liebe erfahren, aber gleichzeitig reden wir alle von Liebe, als wüssten wir bereits alles darüber. Blickt man dann aber auf unser Handeln, fällt es selbst einem Kind nicht allzu schwer, unsere Schwächen und teilweise Unfähigkeit zu lieben zu erkennen.

Das Wichtige, ja sogar das alles Entscheidende ist, dass nicht Außenstehende etwas erkennen, sondern wir selbst uns unsere Schwächen eingestehen. Gerne können uns andere auf diese Punkte hinweisen, aber am Ende müssen wir uns selbst prüfen und an uns erkennen, dass wir Schwächen haben. Denn wir alle haben Baustellen in uns und wir alle müssen sie uns eingestehen, daran arbeiten und Gott um Veränderung bitten. Geschieht das nicht (aus welchen Gründen auch immer), dann wird sich sehr wahrscheinlich unser Verhalten, unser Innerstes und am Ende unser ganzes Wesen nicht verändern.

Eph 4,20-23 Ihr wisst ja, dass sich ein solches Leben nicht mit dem verträgt, was ihr über Christus gelernt habt. Ihr habt doch von ihm gehört, ihr seid über ihn unterrichtet worden und habt an Jesus den Maßstab für euer eigenes Leben. Legt also eure frühere Lebensweise ab! Ja, legt den ganzen alten Menschen ab, der seinen Begierden folgt! Die betrügen ihn nur und führen ihn ins Verderben. Lasst euch in eurem Denken erneuern durch den Geist, der euch geschenkt ist. [GNB]

Wenn wir aufrichtig unser eigenes Herz prüfen und uns selbst fragen, erkennen wir dann bei all dem sog. “Aufdecken von falscher Lehre”, Friede, Sanftmut, Geduld und Liebe in unserem Umgang miteinander?

Denn wenn unser Gott, ein Gott der Liebe ist, wie sollten wir jemanden ohne Liebe zu Gott und seiner Liebe & Wahrheit führen? Wie sollte das möglich sein?

Oft ist es so – und das müssen wir uns selbst, unseren Stolz ablegend, eingestehen – dass in solchen Gesprächen meist unser Fleisch den Geist niederringt:

Gal 5,17 Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander, sodass ihr nicht das tut, was ihr wollt. [SLT]

Anders ausgedrückt: Oft steht uns unsere Bitterkeit, unsere Wut und unsere innere Unzufriedenheit der Liebe Gottes entgegen. Daher gilt es, …

Eph 4,31 Alle Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und Lästerung sei von euch weggetan samt aller Bosheit. [SLT]

Auch an dieser Stelle lass es dir sagen Bruder, Schwester, wir wissen leider wovon wir reden. Wir haben im Kampf für Gottes Wahrheit aus Bitterkeit, Wut und Zorn geschrien und gelästert und waren böse zu anderen Menschen – ja, auch zu Geschwistern. Aber, wir dürfen nicht darin verharren. Wir müssen aufwachen, aufrichtige Buße tun und unser Handeln und unser Innerstes prüfen und uns unsere Schwächen eingestehen, die wir alle haben. Wir möchten diesen letzten Punkt noch einmal wiederholen, weil er so immens wichtig ist:

Wir müssen uns unsere Schwächen eingestehen. Am besten alle!

Denn nur dann können wir daran arbeiten und uns verändern. Und für diese Veränderung brauchen wir Hilfe – sowohl von Mitmenschen aber v.a. von unserem uns liebenden Gott. Wir brauchen seine Kraft und seine Liebe in uns, die uns von Grund auf verändert. Und wenn wir daran glauben und hoffen, dann wird er uns auch helfen, denn…

Röm 5,5 die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist. [SLT]

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