“Ihr Frauen, ihr Männer”
… so die einleitenden Worte von Paulus und Petrus, wenn sie ganz direkt die Männer und Frauen ansprechen. Die entsprechenden Stellen sind:
Eph 5,22 Ihr Frauen …
Eph 5,25 Ihr Männer …
Kol 3,18 Ihr Frauen …
Kol 3,19 Ihr Männer …
1Petr 3,1 Ihr Frauen …
1Petr 3,7 Ihr Männer …
Diese einleitenden Wörter haben den Vorteil, dass man beim Lesen ganz genau weiß, dass jetzt die für die Männer bzw. Frauen – und je nach Zusammenhang dann im Speziellen für Ehemänner und Ehefrauen – wichtigen Stellen kommen. Außerdem hat diese Einleitung den Vorteil, dass die entsprechende Lehre nicht irgendwie über den ganzen Brief verteilt in mehreren Versen zu lesen ist, sondern sie befindet sich genau an dieser einen Stelle.
Die ersten beiden, die wir uns ansehen wollen, sind die zwei kurzen und knappen Aussagen im Brief an die Kolosser. Zu den Frauen bzw. genauer Ehefrauen:
Kol 3,18 Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, wie sich’s gebührt im Herrn!
Zu den Männern bzw. genauer Ehemännern schreibt er zwei Dinge:
Kol 3,19 Ihr Männer, liebt eure Frauen und seid nicht bitter gegen sie!
Im Brief an die Epheser schreibt Paulus ein wenig mehr:
Eph 5,22-24 Ihr Frauen, ordnet euch euren eigenen Männern unter, als dem Herrn. Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Versammlung ist; er ist des Leibes Heiland. Aber wie die Versammlung dem Christus unterworfen ist, so auch die Frauen den Männern in allem.
Zu den Männern bzw. auch hier genauer: Ehemännern hat er wesentlich mehr zu sagen:
Eph 5,25-33 Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch der Christus die Versammlung geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, damit er sie heiligte, sie reinigend durch die Waschung mit Wasser durch das Wort, damit er die Versammlung sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern dass sie heilig und untadelig sei. So sind auch die Männer schuldig, ihre Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst. Denn niemand hat jemals sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es, wie auch der Christus die Versammlung. Denn wir sind Glieder seines Leibes, von seinem Fleisch und von seinen Gebeinen. „Deswegen wird ein Mensch den Vater und die Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und die zwei werden ein Fleisch sein.“ Dieses Geheimnis ist groß; ich sage es aber in Bezug auf Christus und auf die Versammlung. Doch auch ihr, ein jeder von euch liebe seine Frau so wie sich selbst; die Frau aber, dass sie den Mann fürchte.
Nun schauen wir uns noch die Stellen aus dem Petrusbrief an:
1Petr 3,1-6 Ihr Frauen, ordnet euch euren eigenen Männern unter, damit, wenn auch einige dem Wort nicht gehorchen, sie durch den Wandel der Frauen ohne Wort gewonnen werden mögen, indem sie euren in Furcht reinen Wandel angeschaut haben; deren Schmuck nicht der äußere sei durch Flechten der Haare und Umhängen von Goldschmuck oder Anziehen von Kleidern, sondern der verborgene Mensch des Herzens in dem unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr kostbar ist. Denn so schmückten sich einst auch die heiligen Frauen, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und sich ihren eigenen Männern unterordneten: wie Sara dem Abraham gehorchte und ihn Herr nannte, deren Kinder ihr geworden seid, wenn ihr Gutes tut und keinerlei Schrecken fürchtet.
Und auch bei Petrus noch seine Worte an die Ehemänner:
1Petr 3,7 Ihr Männer ebenso, wohnt bei ihnen nach Erkenntnis als bei einem schwächeren Gefäß, dem weiblichen, ihnen Ehre gebend als solchen, die auch Miterben der Gnade des Lebens sind, damit eure Gebete nicht verhindert werden.
Auffällig ist, dass an allen drei Stellen zuerst die Frauen adressiert werden, dann die Männer. Ob das eine tiefere Bedeutung hat, wollen wir außen vor lassen, denn wir wollen hier nicht spekulieren, sondern uns auf den absoluten Kern und die unmissverständlichen Worte beider beschränken. Diese sind im Brief an die Kolosser,
- dass die Ehefrauen sich ihren Ehemännern unterordnen sollen und
- dass Ehemänner ihre Ehefrauen lieben und nicht bitter gegen sie sein sollen.
Im Epheserbrief steht geschrieben,
- dass die Ehefrauen sich ihren Ehemännern unterordnen sollen und sie fürchten sollen (das schiebt er am Ende der Ansprache an die Ehemänner im letzten Vers in Eph 5,33 nach),
- dass die Ehemänner ihre Ehefrauen lieben sollen (nur dieses Mal holt Paulus wesentlich mehr aus und beschreibt die Notwendigkeit und Größe dieser Liebe, indem er sie mit der Liebe Christi zur Gemeinde vergleicht).
Petrus schreibt in seinem Brief,
- dass die Ehefrauen sich ihren Ehemännern unterordnen sollen und dass diese Unterordnung einen Zeugnischarakter haben wird; außerdem hebt er diese Unterordnung auf ein höheres Niveau, indem er sie mit der von Sara gegenüber Abraham als ihren Herrn vergleicht (so wie Paulus die Liebe des Ehemannes zur Ehefrau mit der von Christus gegenüber der Gemeinde vergleicht);
dann geht er darauf ein, wie ihr Äußeres, ihr Auftreten und ihre Wesensart sein soll (still und sanft) - dass die Ehemänner bei ihren Frauen als das schwächere Gefäß wohnen
und dass sie ihr die Ehre geben.
Beim letzten Punkt ist Petrus’ Fokus die Liebe in der Form, seiner Frau die Ehre zu geben. Laut Wörterbuch ist die wortwörtliche Übersetzung von “Ehre” an dieser Stelle die “Wertschätzung” – etwas, was jeder Mensch benötigt, aber wenn eine Frau sich von ihrem Mann wertgeschätzt und als wertvoll fühlt, ist das sicherlich noch einmal ganz besonders kostbar. Daher beschreibt Petrus es so, dass der Mann es schuldig ist, seiner Frau genau das zu geben. Sie muss wissen, dass sie in den Augen ihres Mannes wertvoll ist, er sie wertschätzt und ehrt … und natürlich liebt!
Wenn man alle Stellen zusammenfasst, bekommt man eine Liste mit Punkten, die auf keiner menschlichen Meinung, Interpretation, Erfahrung oder was auch immer beruht, sondern man erhält eine göttliche Zusammenstellung der wichtigsten Punkte für die Ehe, die uns die Heilige Schrift selbst vorgibt:
| Für die Ehefrauen: | Für die Ehemänner: |
| Kol 3,18 – sich dem Ehemann unterordnen |
Kol 3,19 – die Ehefrau lieben – nicht bitter gegen sie sein |
| Eph 5,22-24.33: – sich dem Ehemann unterordnen – ihn fürchten |
Eph 5,25-32 – die Ehefrau lieben und zwar mit der Hingabe, wie Christus die Gemeinde liebt |
| 1Petr 3,1-6 – sich dem Ehemann unterordnen – zurückhaltendes Äußeres – still und sanft sein |
1Petr 3,7 – Rücksicht darauf nehmen, dass sie das schwächere Gefäß ist – sie ehren und wertschätzen |
Wenn man dieses von Petrus und Paulus auf das wesentlichste Reduzierte noch einmal zusammenfasst und noch einmal auf das aller Wesentlichste reduziert, kann man Folgendes festhalten:

Die Frau soll sich ihrem Mann unterordnen
und der Mann soll seine Frau lieben!
Das ist der absolute Fokus beider Apostel an allen sechs Stellen.

