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Mt 5,19-Serie (2Mo 35,1-38,20)
Die Hütte Gottes bei den Menschen (Teil 4)

Zum Dienst berufen

Wenn man die Heilige Schrift als Ganzes liest und versteht, gibt es kaum eine andere Tatsache, die so klar ist wie diese: Wir müssen Gott dienen, denn das ist der Grund, warum uns Gott aufgeweckt hat. Anders ausgedrückt:
Wir werden zum Dienen errettet.

Diese Tatsache macht uns Gott durch sein Wort immer und immer wieder klar. Allen voran sicherlich durch die Tatsache, dass wir den von ihm gesandten Erretter, seinen Sohn, “Herr” nennen. Und man kann einen Herrn nur als “Herr” ansprechen, wenn man selbst Knecht ist und das tut, was er sagt:

Lk 6,46 Was nennt ihr mich aber »Herr, Herr« und tut nicht, was ich sage? [SLT]

Und da wir uns gerade im zweiten Buch Mose befinden, kurz ein Vers, der die Aussage “Wir werden zum Dienen errettet.” biblisch belegt:

2Mo 7,26 Und der HERR sprach zu Mose: Geh zum Pharao hinein und sprich zu ihm: So spricht der HERR: Lass mein Volk ziehen, damit sie mir dienen! [CSV]

Die Befreiung erfolgt nicht, damit es danach unserem Fleisch gut geht, uns alles vom Himmel in den Schoß fällt, wir uns in der Gnade baden, sondern darum:

Lass mein Volk ziehen,
damit sie mir dienen! …

2Mo 19,6 und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein… [CSV]

Wir sollen ein göttliches Königreich von Priestern sein. Und was tun Priester? Sie dienen!

Dies ist also erneut ein Wink mit dem Zaunpfahl, der uns klar machen soll, dass wir v.a. für eine Sache durch das Blut Christi reingewaschen worden sind:
zum Dienst für unseren Gott und Vater:

Offb 1,5-6 … Ihm, der uns geliebt hat und uns von unseren Sünden gewaschen hat durch sein Blut, und uns zu Königen und Priestern gemacht hat für seinen Gott und Vater… [SLT]

Wir sind nicht zum Bibel-Studium berufen, wir sind nicht zum Lobpreis berufen, wir sind nicht zum “Schöne-Gefühle-Haben” berufen (was alles gut ist), sondern eben zum ganz konkreten Dienst für Gott.

Auf diesen Punkt des “Dienstes für Gott” sind wir bereits in einem Dreiteiler “Unser Herz, die Liebe” näher eingegangen. Hier der mittlere Teil daraus:

Die Aufforderung zum Dienst (zur Arbeit für Gott)!

Mt 9,37-38 Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es sind wenige Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte aussende! [SLT]

Frage: Sind wir Arbeiter? Denn, jedem Gläubigen sind Talente von Gott gegeben worden. Manchen mehr, machen weniger. Warum? Nicht für ihn selber, sondern für seinen Dienst für Gott und für seine Nächsten. Daher sollen – vielmehr müssen – wir diese Talente auch einsetzen. Unser Herr zeigt uns diese Dringlichkeit auf, indem er uns in seinem “Gleichnis der gegebenen Talente” lehrt, dass wenn wir nicht arbeiten, wir nicht nur keinen Lohn empfangen werden, sondern viel Schlimmeres:

Mt 25,30 Und den unnützen Knecht werft hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird das Heulen und Zähneknirschen sein. [SLT]

Dieser unnütze Knecht ist zwar derjenige, der die wenigsten Talente von Gott erhalten hat (s. Gleichnis Mt 25,14-30), aber er ist auch derjenige, der gar nicht mit seinem Talent gearbeitet hat. Das zeigt uns auf:
Egal wie vermeintlich wenig “Talente” wir von Gott auch erhalten haben mögen, wir sind dazu verpflichtet, diese für den Dienst einzusetzen. Sprich: Wir müssen damit arbeiten!

Auch wenn dies der weitverbreiteten Meinung völlig widersprechen mag, aber arbeiten wir nicht mit dem, was wir von unserem himmlischen Vater erhalten haben, haben wir in Mt 25,30 gelesen, was mit uns passiert. Die Konsequenzen wären fatal für uns.

Daher ist es für uns alle wichtig, dass wir im Gebet, mit wachem u.v.a. willigem Geist nach unseren Talenten fragen, für neue bitten und auch darum bitten, dass uns aufgezeigt wird, wie wir arbeiten und dienen können. Das müssen wir von Herzen wollen. Denn, wie bereits erwähnt, hat jeder von uns Talente bekommen – egal wie viele. In dem Gleichnis gibt es keinen, der einfach so am Ende umsonst einen Lohn erhält, obwohl er keine Talente erhalten hat und daher nicht arbeiten muss. Jeder muss arbeiten!

Daher sagen wir ja “Herr” zu ihm, weil wir Knechte sind, die arbeiten. Arbeiten wir aber nicht, dann sind wir auch keine Knechte. Und wenn wir keine Knechte sind, dann sind wir vielleicht nur welche, die sich bedienen lassen.

Denn keiner würde auf die Idee kommen, irgendjemand seinen “Herrn” bzw. in unserer heutigen Zeit “Chef” zu nennen, wenn er nicht für ihn arbeiten würde. Nennt er ihn aber Chef, ist er verpflichtet, für ihn zu arbeiten. Völlig logisch.

Parallel dazu ist es auch völlig logisch, dass wenn wir keine Arbeit haben, wir uns um Arbeit bemühen müssen. Wir müssen suchen! Wir müssen wollen!

Genauso ist es im Glauben: Wir benötigen eine Ausbildung und dann einen Job, damit wir unserem Namen “Knechte und Mägde Christi” auch gerecht werden. Auch hier gilt daher: Wir müssen nach Arbeit suchen, wir müssen Arbeit für’s Königreich Gottes wollen. Ein “Warten und alles fällt einem in den Schoß” gibt es bei Gott nicht, denn sein Sohn…

2Kor 5,15 er ist deshalb für alle gestorben, damit die, welche leben, nicht mehr für sich selbst leben, sondern für den, der für sie gestorben und auferstanden ist. [SLT]

Die Arbeit für das Königreich Gottes ist ein elementarer Bestandteil unseres Glaubenslebens. Ohne geht es nicht!
Selbst das alleinige “Arbeiten an sich selbst, sich reinigen, damit man heiliger wird”, ist nicht das, worum es im Glauben im Kern geht. Um Bibelwissen allein geht es selbstverständlich auch nicht.

Natürlich sollen wir diese Dinge tun, also uns verändern, uns von innen heraus heiligen, lesen, an uns arbeiten usw.; aber das alles dient nur dazu, dass wir dadurch Gott und unseren Nächsten besser dienen können.
D.h. veranschaulicht: Unser Fokus im Glauben geht nicht nach unserem Inneren allein, sondern vielmehr nach außen zu anderen. Diese beiden Dinge hängen zusammen, aber haben dennoch eine unterschiedliche Gewichtung.

Anders ausgedrückt: Es geht also nicht darum, sich von der Welt zurückzuziehen, zu lesen und zu beten, sondern um unseren konkreten Dienst für Gott und unsere Mitmenschen. Das soll unser Fokus sein. Ein “Ich lass’ den Dienst für Gott in meinem Leben schleifen.” gibt es nicht!
Um das klar und deutlich zu erkennen, müssen wir nur auf unseren Herrn und sein Leben blicken.

Noch einmal anders ausgedrückt, damit man das nicht falsch versteht: Die genannten Punkte aus “an sich selbst arbeiten, lesen, beten usw.” sind gut und hängen, wie viele andere Dinge im Glauben, zusammen. Sie gehen ineinander über. Sie brauchen einander.
Genauso brauchen auch die Punkte der drei Teile dieser Serie einander:
Die Grundlage ist die Liebe zu Gott aus ganzem Herzen. Der Gehorsam, die Selbstaufgabe und der Dienst, die mit dieser göttlichen Liebe zusammenhängen, bauen aufeinander auf und fließen ineinander über.

Hier eine Stelle, die das ansatzweise aufzeigt, indem sie uns auffordert, der Liebe Gottes angemessen in völliger Selbstaufgabe zu leben und zu dienen:

Röm 12,1 Weil ihr Gottes reiche Barmherzigkeit erfahren habt, fordere ich euch auf (Anm.: also Paulus), liebe Brüder und Schwestern, euch mit eurem ganzen Leben Gott zur Verfügung zu stellen. Seid ein lebendiges Opfer, das Gott dargebracht wird und ihm gefällt. Ihm auf diese Weise zu dienen ist der wahre Gottesdienst und die angemessene Antwort auf seine Liebe. [HFA]


Verbindungen – alles in der Heiligen Schrift ist in sich geschlossen und baut aufeinander auf!

Wir hatten zu Beginn, dass die Gerechtigkeit nicht durch das Gesetz kommt, sondern durch den Glauben an das vollbrachte Werk Christi. Daher kann man sagen:

  • Das Fundament ist Christus.
  • Dieses Fundament kann für einen selbst nur gelegt werden durch den Glauben an die Gnade Gottes durch Christus. Diese Gnade ist wie eine Art Schutzdach für uns. Wir sind unter ihr verwahrt.
  • Auf dem Fundament Christi sollen wir nun bauen – nach Gesetzmäßigkeiten. Diese Gesetzmäßigkeiten sind nicht dazu da, das Fundament zu ersetzen oder das Dach abzulösen. Sie sind nötig, dass alles funktioniert und stabil stehen bleibt.

Was meinen wir mit “Gesetzmäßigkeiten”?

Zum Beispiel bauen die vier “G” (Glaube, Gnade, Gerechtigkeit und Gehorsam) aufeinander auf. Sie können nicht getrennt existieren. Zum Beispiel kann keiner wahrhaftig glauben und gleichzeitig Gott gegenüber ungehorsam sein:

Jak 2,17 Es reicht nicht, nur Glauben zu haben. Ein Glaube, der nicht zu Taten [Werken] führt, ist kein Glaube – er ist tot und wertlos. [NLB]

Genauso wenig kann man Gnade und Gerechtigkeit von Gott empfangen, wenn man keinen Gehorsam zeigt:

Jak 2,14 Liebe Brüder, was nützt es, wenn jemand von seinem Glauben spricht, aber nicht entsprechend handelt? Ein solcher Glaube kann niemanden retten. [NLB]

Und genau so ist es mit unserem Thema:
Unser Herz, die Liebe, der Gehorsam, die Selbstaufgabe und der Dienst – diese bauen aufeinander auf und fließen ineinander über, denn ohne die Veränderung unserer Herzen, werden wir nicht nach göttlichem Maßstab lieben können. Wir werden Gott nicht von Herzen gehorchen und so kann dann auch von Selbstaufgabe und Dienst erst gar nicht die Rede sein. Genauso wenig können wir nur den Buchstaben des Gesetzes halten und dann von göttlicher Liebe und Selbstaufgabe sprechen.
Dies wären nur ein paar Beispiele, die aufzeigen sollen, dass diese Punkte unmittelbar miteinander verbunden sind und einander benötigen. Sie können nicht getrennt voneinander existieren.

So ähnlich ist es mit unserem Herrn, der Gnade, dem Gesetz und der Liebe. Beispiel:
Hätten wir ohne die Lehre unseres Herrn das Gesetz gelesen, könnten wir die Frage nach dem höchsten Gebot korrekt beantworten? Hätten wir gewusst, dass es eine Verbindung zwischen dem Gesetz und der Liebe gibt? Ja sogar der Kern des Gesetzes die Liebe ist?

Nun, da uns der Herr das gelehrt hat, dürfen wir das erkennen. Das führt uns zu der nächsten Frage: Was wiederum ist der Kern der Liebe? Was ist alles mit der Liebe verbunden? Können wir diese Fragen auch korrekt beantworten?

Ähnlich wie bei der Antwort auf die Frage nach dem höchsten Gebot (“Liebe Gott und deinen Nächsten”), gibt es auch bei der Frage nach dem “Kern der Liebe” zwei Antworten, die sich sehr ähneln und ebenfalls ineinander übergehen. Auch diese Antworten betreffen Gott und unseren Nächsten:

1Joh 3,16 Hieran haben wir die Liebe erkannt, dass er für uns sein Leben hingegeben hat; auch wir sind schuldig, für die Brüder das Leben hinzugeben. [CSV]

Das zweite ist dem ersten sehr ähnlich, denn wenn uns Gott liebt, dann sind wir schuldig, ihm zu gehorchen:

1Joh 5,3 Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer. [SLT]

Die Liebe zu Gott ist also das Halten seiner Gebote. In diesen Geboten, dem Gesetz, steckt, wie wir wissen, die Liebe und innerhalb dieser Liebe wiederum die Selbstaufgabe für Gott und für unseren Nächsten – denn eine größere Liebe gibt es nicht:

Joh 15,13 Größere Liebe hat niemand als die, dass einer sein Leben lässt für seine Freunde. [SLT]

Daher auch das Gebot unseres Herrn:

Joh 15,12 Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, gleichwie ich euch geliebt habe. [SLT]

Und wie hat er uns geliebt:

Eph 5,2 und wandelt in der Liebe, gleichwie auch Christus uns geliebt und sich selbst für uns gegeben hat[SLT]

Alles im Wort Gottes vereint sich in diesen Punkten der Liebe, des Gehorsams und der Selbstaufgabe im Dienst für Gott und andere.

Der Beleg hierfür ist das Fleisch gewordene Wort selbst. Denn sein Wandel hier auf Erden war genau von diesen Punkten bestimmt: “Liebe, Gehorsam und Selbstaufgabe im Dienst” – bis in den Tod.

Er hat uns also in Vollkommenheit diese Punkte vorgelebt und so sollen auch wir uns danach ausstrecken, es ihm gleichzutun. Die Heilige Schrift sagt, dass wir sogar dazu verpflichtet sind:

1Joh 2,6-7 Wer also behauptet, mit Christus verbunden zu sein, ist verpflichtet auch so zu leben wie Christus gelebt hat. Brüder, ich schreibe euch nicht ein neues Gebot, sondern ein altes Gebot, das ihr von Anfang an hattet; das alte Gebot ist das Wort, das ihr von Anfang an gehört habt. [SLT]

Wir möchten den Punkt noch einmal wiederholen, weil er so zentral ist:

Als unser Herr im Fleisch wandelte, hat er uns die Liebe, den Gehorsam, die Selbstaufgabe und den Dienst vorgelebt – bis in den Tod.

Und genau das sollen wir ihm nachmachen – wir sind dazu verpflichtet. Alles andere ist eine Lüge.

Glaube es uns nicht, prüfe es für dich selbst!


Leiden in und wie Christus!

2Tim 3,12 Und alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden Verfolgung erleiden. [SLT]

In die zuvor aufgezeigte Verbindung zwischen “Liebe, Gehorsam, Selbstaufgabe und Dienst” reiht sich nahtlos das “Leid” ein, weil:
Durfte man Gottes Liebe durch Christus erfahren, ist man gehorsam. Aus diesem Gehorsam gegenüber dem ganzen Wort Gottes heraus, folgt ganz automatisch die Selbstaufgabe und der Dienst. Dadurch kann man erst sagen, dass man Christus nachfolgt. Und diese bedingungslose Nachfolge wird dann unabdingbar Leid mit sich bringen, denn…

Phil 1,29 Denn euch wurde die Gnade zuteil, für Christus da zu sein, also nicht nur an ihn zu glauben, sondern auch seinetwegen zu leiden. [EU]

Dieses Leid wiederum führt zu einem weiteren Punkt: Unserer Vervollkommnung – so wie es beim Urheber unseres Heils selbst war:

Hebr 2,10 Denn es war dem (Anm.: Gott) angemessen, um dessentwillen alles ist und durch den alles ist, da er viele Söhne zur Herrlichkeit führte, den Urheber ihres Heils (Anm.: also Jesus Christus, seinen Sohn) durch Leiden zu vollenden. [SLT]

Wie zuvor erwähnt, gilt es auch hier anzumerken: Wer allein seine eigene Vervollkommnung sucht, indem er seinen Fokus nur auf sich selbst und seine Heiligung setzt – ohne den Dienst für Gott und andere als Ziel zu haben – schießt am eigentlichen Ziel vorbei. Auch hier gilt wieder, um das leicht und schnell zu erkennen: Unser Herr hat uns das so nicht vorgelebt.


Die Kette.

Wenn man die zuvor genannten Verbindungen als eine Kette aufbaut, könnte man sagen:

Liebe zu Gott führt zu → Gehorsam. Der bedingungslose Gehorsam zur → Selbstaufgabe und diese dann zum → Gott wohlgefälligen Dienst. Das wiederum zu → Leid und dann final zur → Vervollkommnung.

Überspringt man aber Aspekte dieser Kette und sucht z.B. seine Vervollkommnung ohne den Dienst und das Leid, dann wird das nur schwer funktionieren; denn auch hier gab uns unser Vorbild den Weg vor:
Liebe zum Vater → Gehorsam → Selbstaufgabe & Dienst → Leid → Vervollkommnung.

Noch einmal der Vers dazu in einer anderen Übersetzung:

Hebr 2,10 Denn Gott, für den alles erschaffen wurde und der alles erschuf, will seine Herrlichkeit mit vielen Kindern teilen. Doch damit Jesus ihre Rettung bewirken konnte, musste Gott ihn durch sein Leiden vollkommen machen. [NLB]

Abschließend zu diesem Punkt in eigener Sache:
Vor allem bei diesem Abschnitt des “Leidens für Christus” möchten wir keinesfalls den Anschein erwecken (nur weil wir diese Dinge hier von uns geben), dass wir die Aspekte aus Liebe, Gehorsam, Selbstaufgabe und Dienst auch bereits voll und ganz leben und deswegen Verfolgung und Verleumdung in Christus erfahren. Eher erfahren wir diese aus unserem eigenen Fehlverhalten, aber es ist alles ein Lernprozess. Dem Allmächtigen sei Dank dafür, dass er geduldig und gnädig ist.
Trotz seiner Barmherzigkeit und Nachsicht sollte es aber für uns alle so sein, dass wir uns bewusst nach “Liebe, Gehorsam, Selbstaufgabe und Dienst” ausstrecken und Gott aufrichtig und willig um Hilfe bitten. Denn für keinen ist es einfach, sich täglich selbst zu verleugnen. Dazu muss unser Herz komplett verändert werden.
Aber unserem Vater sei Dank in unserem Herrn Jesus Christus: Er wird es tun – wenn wir wollen!


Uns wird nichts aus dem Himmel zufallen – wir müssen wollen!

Wir möchten noch einmal betonen, dass die Liebe zu Gott nicht nur das Halten seiner Gebote bedeutet (1Joh 5,3), sondern vielmehr die darin beschriebene Selbstaufgabe – so wie es uns der Herr vorgelebt hat:

1Joh 3,16 Hieran haben wir die Liebe erkannt, dass er für uns sein Leben hingegeben hat; auch wir sind schuldig, für die Brüder das Leben hinzugeben. [SLT]

Unser Herr wird uns also sicherlich nicht dafür applaudieren, wenn wir allein nur die Gebote seines und unseres Gottes halten, weil:

1Joh 5,3 … seine Gebote sind nicht schwer. [SLT]

Was wirklich schwer ist, ist unser Herz/Fleisch zu bezwingen und zu kreuzigen und täglich im Gehorsam und in der Selbstaufgabe für Gott und unseren Nächsten zu leben und zu dienen – das bedeutet Liebe und das bedeutet die Erfüllung des Gesetzes!

Da Gott weiß, dass das schwer für uns ist, weil unser Herz eher nach unseren Wünschen als nach Gottes Wünschen trachtet, müssen wir zumindest dieses Leben nach seiner Weisung wollen. Erst dann wird er uns helfen.

Uns wird nichts aus dem Himmel zufallen!

Das einzige, was vom Himmel fällt, ist sein Geist. Auch da wieder: wenn wir wollen und unser Wollen dadurch zeigen, dass wir ihm gegenüber gehorsam sind. Dann folgt Folgendes:

Apg 5,32 Und wir sind seine Zeugen, was diese Tatsachen betrifft, und auch der Heilige Geist, welchen Gott denen gegeben hat, die ihm gehorchen. [SLT]

Für diejenigen, die nun das Gesetz halten, gilt auf keinen Fall, dass sie frei vom inneren Kampf und einem trügerischen Herzen sind – vielleicht sogar im Gegenteil; denn nur weil man jetzt das Gesetz hält (Mt 5,17-19), sollte man sich nicht in falscher Sicherheit wiegen oder sich über andere erheben, denn:

  • Die Weisungen Gottes als eine Art Regelwerk zu befolgen, nützt nämlich so gut wie gar nichts, denn dadurch wirst du nicht gerecht (Gal 2,16) oder gar innerlich verändert.
  • Der Buchstabe allein nützt gar nichts (Röm 2,27) und tötet,
  • wenn es nicht aus dem Geist ist, der Gott liebt (2Kor 3,6; 1Joh 5,3).

Einfach nur das Gesetz zu halten, ohne dass sich dabei unser Herz verändert, ist nicht das, was uns unser Herr gelehrt hat. Denn sein Anspruch für uns alle ist, wie wir bereits mehrfach gelesen haben:

Lk 9,23 Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. [SLT]

Lk 14,27.33 Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, der kann nicht mein Jünger sein. … So kann auch keiner von euch mein Jünger sein, der nicht allem entsagt, was er hat. [SLT]

Für das reine Halten der Gebote werden wir also sicherlich keine “stehenden Ovationen” vom Herrn erhalten, aber sehr wohl Lob für das Umsetzen der Selbstaufgabe und für das Arbeiten am Königreich Gottes. So seine Antwort bei der Frage nach dem ewigen Leben.
Noch einmal kurz die Kernaussagen dieser Stelle:

Mt 19,16-21 … Guter Meister, was soll ich Gutes tun, um das ewige Leben zu erlangen? … Willst du aber in das Leben eingehen, so halte die Gebote! … Der junge Mann spricht zu ihm: Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend an; was fehlt mir noch? Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein (bzw. in der Parallelstelle Lk 18,22: “Noch eins fehlt dir:…“), so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach! [SLT]

Wenn wir also meinen, dass das reine Halten der Gebote das Ziel des Gesetzes ist, dann sind wir auf dem falschen Weg.

Bei der vom Herrn geforderten Nachfolge, geht es um Gehorsam und der damit verbundenen Selbstaufgabe. Beides müssen wir wollen (“Willst du vollkommen sein?“):

  • Wir müssen unser Kreuz aufnehmen wollen – täglich.
  • Wir müssen gehorsam sein wollen – in allem.
  • Wir müssen dem Herrn zur Ehre Gottes dienen wollen – und nicht uns selbst.
  • Wir müssen ihm nachfolgen wollen – bis ans Ende.

… “sonst können wir nicht seine Jünger sein“, wie der Herr selbst es mehr als einmal betont.

Dies alles müssen wir von uns heraus wollen, dann folgt Gottes Hilfe für die Verwandlung unseres Herzens zu einem Herz, das dem seines Sohnes gleicht. Dann und nur dann.


Das Ergebnis des Ganzen: Das veränderte Herz von und für Gott!

Es entspricht nicht unserem natürlichen Willen als Menschen, gehorsam zu sein und schon gar nicht, uns selbst aufzugeben. Da dies aber heilige An- und Aufforderungen für unseren Wandel im Glauben sind, muss ein Kampf in uns stattfinden: auf der einen Seite unser Ego und unser eigene Wille, auf der anderen Seite unsere Selbstaufgabe nach Gottes Willen. Findet dieser Kampf nicht statt oder nehmen wir ihn nicht wahr, gibt es nur zwei Möglichkeiten:

Entweder wurde das Herz schon komplett verändert und man hat sich selbst aufgegeben und trägt täglich sein Kreuz oder man täuscht sich selbst. Da es keine andere logische Konsequenz gibt, gibt es auch nur diese beiden Gegensätze als Möglichkeit:
Entweder ist man bereits vollkommen verändert und daher findet der innere Kampf nicht statt oder man deckt diesen Punkt bewusst oder unbewusst in seinem eigenen Leben zu.

Die Prüfung dieser Tatsache sollte und muss eigentlich jeder von uns im Glauben Wandelnde für sich selbst klären, denn:

Ohne Herzensveränderung wird unser Gehorsam gegenüber Gott kein natürlicher Bestandteil unseres Lebens werden – und schon gar nicht die von uns geforderte Selbstaufgabe oder unser Fokus auf einen konkreten Dienst für Gott.

Es ist unser Wunsch dieses fundamentale Verständnis

  • der Notwendigkeit unserer Herzensveränderung
  • hinsichtlich der hohen Anforderung der göttlichen Liebe

zu veranschaulichen. Denn es geht in der Heiligen Schrift immer um eines – es ist sozusagen das höchste Gebot:

Gehorsam und Selbstaufgabe im Dienst
als ein Ausdruck unserer
Liebe zu Gott und unserem Nächsten.

All das geht uns nicht so einfach von der Hand, sondern ist mit einem Prozess der Selbstverleugnung verbunden: Wir sollen unser Kreuz aufnehmen – täglich.
Da unser Ego, unser “Ich” das aber nicht von sich aus machen will, entsteht ein innerer Kampf. Diesen gilt es, mit Gottes Hilfe zu bezwingen. Und um ihn zu bezwingen, muss uns dieser Kampf aber erst einmal bewusst werden und dann müssen wir ihn auch gewinnen wollen – wie gesagt “mit Gottes Hilfe”.

Wir möchten mit einer Art “Gleichnis” abschließen, das hoffentlich den Punkt der “Notwendigkeit unserer Herzensveränderung” veranschaulicht und diese innere Veränderung mit den Punkten der Liebe, der Selbstaufgabe und dem Dienst verbindet:


Die wahrhaftig liebende Mutter!

Einer liebenden Mutter muss keiner die Selbstaufgabe für ihre Kinder beibringen. Sie lebt für ihre Kinder. Sie erzieht sie. Sie dient für sie. All dies ist ein natürlicher Bestandteil ihres Herzens. Sie muss dafür nicht kämpfen, sie macht es von sich aus – gerne. Warum? Weil sie liebt.
Würde sie in eine Situation kommen, ob sie oder ihr Kind etwas zu essen bekommen soll, wäre es ihr Kind. Ohne nachzudenken.
Würde sie entscheiden müssen zwischen ihrem eigenen Wohl und das des Kindes, wäre es das Kind. Müsste sie ihr Leben aufgeben für ihr Kind, würde sie keine Sekunde zögern. Warum? Weil sie eine von Herzen liebende Mutter ist. Sie lebt und stirbt für ihr Kind.

Und genauso muss sich unser Herz gegenüber Gott und unserem Nächsten verändern. All diese Dinge müssen auch bei uns ein natürlicher Bestandteil unseres Herzens werden – ganz ohne inneren Kampf. Erst dann hat sich unser Herz wahrhaftig verändert.

Wir für unseren Teil sind auf jeden Fall noch meilenweit davon entfernt. Aber wie bereits erwähnt: Gott weiß das, kennt uns alle und ist gnädig und geduldig mit uns. Was er von uns allen sehen will, ist, dass wir uns danach ausstrecken und aufrichtig von Herzen wollen.

Gottes Gnade in Christus mit uns allen.

Mt 9,37 Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es sind wenige Arbeiter. [SLT]

… und da es so wenig Arbeiter gibt, braucht Gott dich, mich, uns alle, die wir willigen Herzens dienen wollen. Und damit wir einen Dienst, sozusagen einen Job bekommen, müssen wir uns wie in der Welt auch, nach einem Job erkundigen und uns um einen Job bemühen. Wir müssen Gott fragen, was er von uns will und wo und wie wir dienen können. Wird das von heute auf morgen geschehen? Wahrscheinlich nicht, denn wir alle benötigen Ausbildung. Diese Ausbildung beschränkt sich aber nicht auf ein reines Studium, sondern muss irgendwann seine praktische Anwendung im Dienst finden. Das heißt, was wir tun müssen – sofern wir arbeiten wollen – ist, dass wir immer und immer wieder vor seinem Thron knien und um einen Job betteln. Warum?

Weil wir aus diesem Grund und für diesen Grund berufen worden sind!

Denn arbeiten wir nicht für ihn und seinen Sohn, dann wird es gelinde gesagt Probleme geben. Die Zeiten des Kuschel-Evangeliums sind vorbei. Gott weckt auf. Gott wirkt. Gott verteilt Talente. Und Gott braucht Arbeiter. So müssen wir nach unserem Dienst und unseren Talenten fragen und diese dann einsetzen, ansonsten gibt es auch hier – erneut gelinde gesagt – Probleme.

Unser Herr und Meister macht dies wiederholte Male sehr deutlich und eindringlich klar. So auch in seiner Endzeit-Rede – ganz widersprüchlich zum Kuschel-Jesus, der mehr und mehr in unserer heutigen Endzeit gepredigt wird:

Mt 24,44-51 Darum seid auch ihr bereit! Denn der Sohn des Menschen kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht meint. Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den sein Herr über seine Dienerschaft gesetzt hat, damit er ihnen die Speise gibt zur rechten Zeit? Glückselig ist jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird. Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen. Wenn aber jener böse Knecht in seinem Herzen spricht: Mein Herr säumt zu kommen!, und anfängt, die Mitknechte zu schlagen und mit den Schlemmern zu essen und zu trinken, so wird der Herr jenes Knechtes an einem Tag kommen, da er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt, und wird ihn entzweihauen und ihm seinen Teil mit den Heuchlern geben. Da wird das Heulen und Zähneknirschen sein. [SLT]

Bei seinen warnenden Worten für den bösen Knecht sollten wir uns nicht auf die einzelnen Beschreibungen (wie z.B. “essen und trinken”) konzentrieren, sondern auf das, was der Herr an und für sich verdeutlichen möchte: Der eine Knecht arbeitet nicht und kümmert sich um die Dinge der Welt und der andere tut den Willen seines Herrn und dient – und zwar bis zu dem Zeitpunkt seiner Wiederkunft: “Glückselig ist jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird.“;

Wichtig für uns, v.a. auch Torah-haltenden Gläubigen ist, dass (wenn wir im Bild dieses Gleichnisses bleiben) ein Knecht nicht dient und somit sicherlich keinen Lohn dafür erhält, dass er sich jetzt mit den Unternehmens- und Arbeitsregeln beschäftigt und diese einhält. Das ist eine Selbstverständlichkeit für einen Arbeiter – sowohl in der Welt als auch bei Gott. Kein Arbeiter wird dafür entlohnt, dass er die Unternehmensregeln kennt und einhält oder sich daheim weiterbildet. Ein fleißiger Mitarbeiter macht das auch sich aus heraus und weiß, dass er dafür keinen Lohn bekommt. Und das ist selbstverständlich für ihn. Lohn gibt es nur für Arbeit.

Das heißt, wenn wir wiederum in unserem Glaubenswandel ernsthaft Lohn dafür erwarten, dass wir jetzt keine Krabben essen, uns am Sabbat anstatt am Sonntag versammeln und die Bibel lesen, dann täuschen wir uns selbst und laufen Gefahr, dass wir bei der Ankunft unseres Herrn nicht beim Dienst vorgefunden werden.

Daher sollten wir, viel mehr müssen wir uns freiwilligen Herzens vor die Wohnung Gottes stellen und sagen: “Vater, ich weiß nicht, wo und was ich dienen soll, aber hier bin ich. Sende mich. Ich brauche Arbeit. Ich will Arbeit. Ich will dir dienen. So wie es dein Sohn mir zum Vorbild tat. Denn dazu hast du mich ja berufen.”

Joh 4,35-36 Sagt ihr nicht: Es sind noch vier Monate, und die Ernte kommt? Siehe, ich sage euch: Erhebt eure Augen und schaut die Felder an, denn sie sind schon weiß zur Ernte. Der erntet, empfängt Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, damit beide, der sät und der erntet, zugleich sich freuen. [CSV]

Mt 9,37 Dann spricht er zu seinen Jüngern: Die Ernte zwar ist groß, die Arbeiter aber sind wenige. [CSV]

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