Glossar – Buße & Taufe

Unsere Situation

Eines gilt bei nüchterner Betrachtung ganz sicher für uns alle, nämlich dass wir Menschen egozentrisch/ichbezogen sind. Wir suchen unser eigenes Wohl und vergessen dabei das Wohl unseren Nächsten – der eine mehr, der andere weniger. Wir sind undankbar und wollen immer mehr anstatt zufrieden und glücklich mit dem zu sein, was uns geschenkt wurde. Wir nehmen lieber als wir geben. Wir sind hoch- anstatt demütig, rachsüchtig anstatt vergebend, neidisch anstatt wohlwollend. Wir sind bequem bis faul, zügellos, haben einen starken Drang nach sexueller Ausschweifung, lästern und tun vieles, vieles mehr – der eine mehr das eine, der andere mehr das andere.
Wir denken, fühlen und tun Dinge, die wir nicht denken, fühlen und tun sollten – biblisch gesprochen: Wir verfehlen das Ziel.

Es geht aber – Gott sei Dank – unserem Schöpfer bei unseren Sünden nicht primär darum, dass wir uns schlecht fühlen, sondern dass wir unsere Schuld bekennen, bereuen und es zukünftig anders machen wollen.

Es geht nicht darum, dass wir sie zu verstecken versuchen oder sie verharmlosen oder gar als normal abstempeln (“weil irgendwie ja jeder so ist”), sondern es geht darum, dass wir zu ihnen stehen, uns von ihnen abwenden und daraus lernen. Gott wartet ständig mit offenen Armen darauf, uns zu vergeben (Jes 65,2) und sich selbst durch seinen Sohn mit uns zu versöhnen – wir müssen diese Gnade nur annehmen wollen:

Ps 32,5 So tat ich dir kund meine Sünde und deckte meine Schuld nicht zu. Ich sagte: Ich will dem HERRN meine Übertretungen bekennen; und du, du hast vergeben die Schuld meiner Sünde. [ELB]

Röm 5,10 Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, wie viel mehr werden wir als Versöhnte gerettet werden durch sein Leben! [SLT]

Bei diesem Eingestehen und ehrlich zu sich selbst sein, geht es also um eine Versöhnung – viel mehr: Es geht um göttliche Liebe!

Noch einmal: Es geht nicht darum, dass wir uns schlecht fühlen und uns selbst verdammen, denn einige tun das. Es geht darum, dass wir unser Sein mit allen Facetten hinterfragen und ehrlich zu uns selbst sind.

Er hat uns ein Geschenk gemacht: unseren freien Willen. Mit dieser freien Willensentscheidung haben wir nun die Wahl zu unseren Fehlern zu stehen oder nicht – ganz ähnlich wie in unseren menschlichen Beziehungen: “Entschuldigung” zu sagen oder nicht. Wir haben die Wahl.

Sagen wir “Es tut mir aufrichtig leid, es war einzig und allein mein Fehler.” und stehen dazu oder vertuschen wir es, kehren es unter den Tisch, schieben die Schuld den anderen zu oder suchen nach Ausreden? Denn in all diesen Dingen sind wir Weltmeister drin. Es liegt einfach in unserer Natur.

Wir sind stolz – bewusst oder unbewusst, aber am Ende sind wir es!

Jedoch sollten wir genau das Gegenteil sein, denn:

Jak 4,6 … Darum spricht er: »Gott widersteht den Hochmütigen; den Demütigen aber gibt er Gnade«. [SLT]

Bei manchen von uns geht der Stolz so weit (wenn alle anderen Ausreden keinen Sinn mehr ergeben), dass man, ehe man sich selbst die Schuld gibt, diese bei Gott sucht und sich selbst sagt: “Na ja, ich kann nichts dafür, Gott hat mich so erschaffen. So bin ich halt nun mal.” – das ist dann für einige die Universal-Ausrede.

Man kann eines ohne wenn und aber festhalten: Uns allen fällt es schwer, zu unseren Fehlern zu stehen. Ab und zu dringt mal die Reue und Buße durch, aber im Großen und Ganzen suchen wir händeringend nach Ausreden – leider.

Um die soeben genannten Punkte an uns zu erkennen, braucht es keine Bibel oder göttliche Offenbarung, sondern lediglich eine gesunde Selbsteinschätzung und Prüfung. Auch hier gilt dann wieder: Es geht nicht darum, dass wir uns deswegen selbst fertigmachen. Darum geht es (hoffentlich) auch unseren Freunden, Familien, Kollegen nicht, wenn wir etwas verbockt haben, sondern lediglich darum, dass wir sagen “Es tut mir leid, ich habe Mist gebaut.”; es könnte alles so stressfrei, streitfrei und einfach sein, aber unser Stolz steht uns dabei im Weg – und das immer und immer wieder. Gerade in diesem Punkt scheinen wir alle regelrecht unüberwindbar stur zu sein.‎

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